Paul Mason: „Wir werden das Ende des Kapitalismus erleben“


Paul Mason, Jahrgang 1960, war zunächst Musiklehrer, ist heute Autor und Fernsehmoderator. Seit 2007 hat er fünf Bücher veröffentlicht, vor allem über das Thema globaler wirtschaftlicher Veränderungen. Foto: imago/Wassilis Aswestopoulos
Frei zugängliche Information zerstört Eigentum und Märkte, sagt der Publizist Paul Mason. Ein Gespräch über den Weg in eine neue Welt und die möglichen Hindernisse.

Von Michael Hesse | Frankfurter Rundschau

Herr Mason, Sie bringen gute Nachricht für die Linke: Sie sagen, der Kapitalismus ist kaputt. Warum?
Ja, das sind gute Nachrichten für die politische Linke. Aber ganz so habe ich es nicht gemeint. Es läuft etwas falsch, und ich beschreibe in meinem Buch, warum das so ist. Ich denke nicht, dass es sich um ein vorübergehendes Problem handelt. Der Kapitalismus hat in den entwickelten Ländern die beste Zeit hinter sich. In den anderen Staaten werden Sie und ich sein Ende zu Lebzeiten noch erleben.

Eine mutige Behauptung. Wie kommen Sie darauf?
Die Informationstechnologie ist die treibende Kraft seines Untergangs. Sie schafft es nicht, neue Jobs und einen hohen Konsum zu schaffen, deshalb kann der Kapitalismus nicht wieder Fahrt aufnehmen. Er stagniert vollständig. Information ist heute für alle zugänglich, das zerstört Märkte und Eigentum. Die Informationstechnologie ist mit der heutigen Form des Kapitalismus nicht vereinbar.

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1 Comment

  1. Meint er etwa, durch die Informationstechnologie könne man die Bevölkerung nicht mehr so offensichtlich besche…. ? Nun, da mag er wohl recht haben. Wenn er allerdings sagt, dass er zu Lebzeiten das Ende des Kapitalismus erleben wird, ist das reine Spekulation. Wenn er z.B. morgen früh von einem Bus überfahren wird, wäre ihm das Schicksal vorausgekommen. Im Übrigen ist es wohl so, dass man sein Ende wahrscheinlich immer nur zu Lebzeiten erleben kann. 😉

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