Streit um genetische Hochpräzisions-Schere


Bild: merakname.com
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Eine neue gentechnische Methode erlaubt den präzisen Eingriff in das menschliche Erbgut. Der Deutsche Ehtikrat beschäftigt sich mit den aufkommenden Fragen.

Frankfurter Rundschau

Der Deutsche Ethikrat befasst sich auf seiner Jahrestagung am Mittwoch (22. Juni) mit dem Thema „Zugriff auf das menschliche Erbgut“. Im Mittelpunkt steht die neue gentechnische Methode CRISPR/Cas9, die nach Einschätzung von Experten zu einer gentechnischen Revolution führen könnte. An die Stelle grobschlächtiger, aufwendiger und fehleranfälliger Verfahren könnte eine neue Gen-Chirurgie bei Pflanzen, Tieren und Menschen treten, die einfach, punktgenau und hoch effizient ist. Allerdings lauern auch Gefahren.

Was bedeutet CRISPR/Cas9?
Das Kürzel steht für ein neues, 2012 entdecktes molekularbiologisches Verfahren, um DNA-Bausteine im Erbgut zu verändern. Abgeschaut haben sich die Wissenschaftler die neue Methode von den zelleigenen Reparaturmechanismen. Bei CRISPR/Cas9 handelt sich nach den Worten des Vorsitzenden des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock, um eine „genetische Hochpräzisions-Schere“, die gentechnische Veränderungen mit größerer Genauigkeit und kostengünstig durchführen kann. Gene oder kleinste DNA-Bausteine können dabei mit Hilfe zelleigener Enzyme eingefügt, entfernt, verändert oder ausgeschaltet werden – vergleichbar mit der Funktion „Suche – Ersetze“ im Computer.

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