Todbringende Geschäfte, grüne Camouflage


Bild: greenpeace magazine
Die Deutsche Bank schaltet seit Monaten Werbeanzeigen, auf denen seltsame technisch-botanische Säulenkonstruktionen zu sehen sind. Dem Betrachter soll das Gefühl vermittelt werden, die Bank investiere vornehmlich in grüne, moderne Unternehmen. Stimmt aber nicht – deshalb haben wir den Anzeigentext einfach mal korrigiert.
 

Von Wolfgang Hassenstein | greenpeace magazine

Manchmal genügt schon der Austausch von drei Buchstaben, um der Wahrheit ein Stück näherzukommen. „Das Wissen zu den Anlagetrends von morgen“ heißt es in einer Anzeige, die die Deutsche Bank seit Monaten immer wieder in großen Magazinen und Zeitungen schaltet. Wahrscheinlich verspricht sie sich von dem schwer zu deutenden Motiv einen Imagegewinn. Inzwischen wissen wir dank der Enthüllung der Panama Papers, dass die Bank mithilfe der Kanzlei Mossack Fonseca 426 Offshore-Briefkastenfirmen gegründet hat, offenbar um Geldströme zu verschleiern oder ihren Kunden bei der Steuervermeidung zu helfen. Und so haben wir in der überarbeiteten Anzeige aus den Anlagetrends „Anlagetricks“ gemacht – schon passt der Slogan viel besser.

Es überrascht natürlich nicht, dass die Deutsche Bank in der Panama-Affäre wieder einmal ganz vorne mit dabei ist. Das größte deutsche Geldinstitut ist derzeit weltweit in 7800 Prozesse verwickelt, schon seit Jahren lässt es keinen Finanzskandal aus. Gerade hat das Frankfurter Landgericht einen ehemaligen Manager zu drei Jahren Haft und fünf weitere zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil sie den Handel mit CO2-Zertifikaten zur millionenschweren Steuerhinterziehung genutzt oder dazu Beihilfe geleistet hatten. Und erst im März attestierte die britische Finanzaufsicht der Deutschen Bank „schwerwiegende“ und „systematische“ Versäumnisse im Kampf gegen Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und mögliche Sanktionsverstöße.

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