Türkei: Erdoğans Alleinherrschaft fast vollendet


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Mit Präsident Erdoğan an der Spitze der Türkei gebe es keine Notwendigkeit für alle anderen im Land, sich in der Politik zu engagieren, verkündete der Präsidentenberater Yigit Bulut.

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

„Keiner sollte Politik in der Türkei machen außer Erdoğan, sagt Chefberater Yigit Bulut“ – die Headline in der englisch-sprachigen Ausgabe der Hurriyet bringt auf den Punkt, wohin viele die Türkei steuern sehen: in Richtung Diktatur.

Mit Präsident Erdoğan an der Spitze der Türkei gebe es keine Notwendigkeit für alle anderen im Land, sich in der Politik zu engagieren, verkündete der Präsidentenberater Yigit Bulut. Im regierungsabhängigen Staatsfernsehen TRT Haber sagte Bulut allen Ernstes, es gebe in der Türkei schon einen Führer, der in der Politik im In- und Ausland engagiert sei. Die Aufgabe seiner Anhänger sei es lediglich, ihn zu unterstützen.

Yigit Bulut, ein ehemaliger Nachrichtensprecher des Privatsenders 24 TV, wurde im Juli 2013 zum Chefberater des damaligen Ministerpräsidenten Erdoğan benannt. Angeblich soll er eine große internationale Verschwörung aufgedeckt haben: die Ermordung Erdoğans durch Telekinese.

Ob er der Gülen-Bewegung damit die Fähigkeit der Telekinese zusprach, ist unbekannt. Zeitlich würde dies passen, denn 2013 kam es zum Zerwürfnis der Gülen-Leute mit der AKP, bzw. Erdoğan. Die konservativ-islamische Bewegung des in den USA im Exil befindlichen Fethullah Gülen stellte in der Tat damals die Machtfrage und war ein ernstzunehmender Gegner von Erdoğans Machtplänen zur Alleinherrschaft. Nach Erdoğans Wahl zum Präsidenten im August 2014 wurde Bulut zu seinem Wirtschaftsberater benannt.

Langsam scheint auch die kemalistische CHP aufzuwachen und zu erkennen, dass nicht nur die ihnen verhassten Kurden über den Jordan springen sollen, sondern sie auch.

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