AfD-Politiker hält „Die Protokolle der Weisen von Zion“ für echt


Foto: pa/akg,Archiv Kellerhoff Auch NS-Chefideologie Alfred Rosenberg brachte 1923 eine Ausg
Die AfD streitet über den Ausschluss des baden-württembergischen Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon. Der hält die berüchtigten „Protokolle der Weisen von Zion“ für ein „geniales Herrschaftskonzept“.

Von Sven Felix Kellerhoff | DIE WELT

Lügen haben mitunter ein erstaunlich langes Leben – selbst wenn sie ohne Zweifel als Unwahrheiten überführt sind. Etwa die „Protokolle der Weisen von Zion“. Über dieses antisemitische Pamphlet, auf Deutsch erstmals erschienen 1920, schreibt der Konstanzer AfD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon auch 2016 auf seiner Website allen Ernstes: „Bei objektivem Vergleich der widerstreitenden Ansichten über diese ,Protokolle‘ sieht es eher nicht nach Fälschung aus.“ Vor allem deshalb wird in der AfD gestritten, ob Gedeon aus der Landtagsfraktion ausgeschlossen werden soll.

Angeblich handelt es sich bei den „Protokollen der Weisen von Zion“ um die Zusammenfassung einer streng geheimen Versammlung der „jüdischen Weltregierung“, die 1897 anlässlich der ersten Zionistenkongresse in Basel ihre Pläne für die Übernahme der Weltmacht beraten hätte. In dem wirren Text ist beispielsweise von künstlicher Verknappung der Weltfinanzen die Rede, durch die Wirtschaftskrisen ausgelöst werden sollten, bis alles Geld in den Händen weniger Juden sei.

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