„Unternehmen Barbarossa“: Wehe den Besiegten: Hitlers Vernichtungskrieg im Osten


Aufnahme einer deutschen Propaganda-Kompanie vom Juni 1941: Ein brennender sowjetischer Panzer BT-7, davor ein deutscher Infanterist und die Leiche eines Rotarmisten. (Foto: Deutsches Bundesarchiv. Bild 101I-020-1268-36)
Vor 75 Jahren überfällt die Wehrmacht die Sowjetunion. Dieser Krieg ist neu, denn die Nazi-Führung hat das Schlimmste vorbestimmt.

Von Joachim Käppner | Süddeutsche.de

Dieser Feind war ahnungslos. Er wusste nicht einmal, dass er der Feind war. Heinz Guderian, Hitlers bekanntester Panzergeneral, sah aus einer getarnten Stellung am Westufer des Bug hinüber nach Brest, direkt hinein in einen Hof der zyklopischen alten Zitadelle. Fetzen von Militärmusik wehten hinüber, zu den Klängen einer Kapelle übten Kadetten den Gleichschritt.

Die meisten hatten nicht mehr lange zu leben. Guderian überlegte. Nicht darüber, welcher Sinn oder welche Moral hinter der Hölle lag, die er über die Festung Brest, die Rote Armee, ganz Russland zu bringen gedachte. Seine Überlegungen galten der Frage, wie lange die Artillerie die Russen unter Trommelfeuer nehmen sollte, bevor die Deutschen vorrückten. Er entschied: eine Stunde lang.

Einen Tag später, am Morgen des 22. Juni 1941, begann das „Unternehmen Barbarossa“, der Versuch Hitlerdeutschlands, die Sowjetunion – mit der es sich ja seit 1939 im Teufelspakt der Diktaturen Osteuropa geteilt hatte – zu erobern und zu vernichten. 75 Jahre liegt das zurück.

weiterlesen