AfD: Eine Partei für Antisemiten


Wolfgang Gedeon hält den Holocaust für eine „Zivilreligion des Westens“. Ist er deshalb ein Antisemit? Foto: dpa
Die AfD will mithilfe eines Gutachtens klären lassen, ob Gedeon ein Antisemit ist. Sie behauptet, damit einen Kompromiss gefunden zu haben. Die AfD lügt.

Von Christian Bommarius | Frankfurter Rundschau

Ist einer ein Antisemit, nur weil er den Holocaust als „Zivilreligion des Westens“ verhöhnt und das Holocaustmahnmal in Berlin zu einer Erinnerungsstätte für „gewisse Schandtaten“ umlügt? Das sind offenbar nur in langer Forschungsarbeit zu beantwortende Fragen, weshalb sich die baden-württembergische AfD-Landtagsfraktion dafür bis September Zeit genommen hat. Bis dahin wird ihr Mitglied Wolfgang Gedeon das Mandat ruhen lassen.

Es heißt, es gehe primär um einen Machtkampf zwischen dem Stuttgarter AfD-Fraktionschef und AfD-Kovorsitzenden Jörg Meuthen, der Gedeon aus der Fraktion werfen will, und der AfD-Kovorsitzenden Frauke Petry, die beteuert, auch gegen Antisemitismus zu sein. Nur wünscht sie sich einen anderen Umgang mit dem Antisemiten Gedeon.

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