Jo Cox: Worüber niemand spricht


Jo Cox in front of the Palace of Westminster, c. 2015. Bild: wikimedia.org/Fair use

Die ermordete britische Parlamentarierin war Feministin; die Person, die ihr das Leben nahm, ein Mann.

Von Birgit Gärtner | TELEPOLIS

Helen Joanne Cox, geborene Leadbeater, war Ehefrau, Mutter von zwei Kindern (3 und 5), Sozialistin und Feministin, setzte sich aktiv für Flüchtlinge, für eine multikulturelle Gesellschaft und den Verbleib Großbritanniens in der EU ein. Sie war Tochter einer Schulsekretärin und eines Fabrikarbeiters, die erste ihrer Familie, die einen Uniabschluss machte. Neben ihrer Abgeordnetentätigkeit war sie die Vorsitzende des Frauennetzwerks der Labour-Party.

Der Mörder: ein Rechter

Der mutmaßliche Mörder Thomas M. hatte nachweislich psychische Probleme und interessierte sich für die rechtsextreme Szene. Nicht nur die britische Neonazi-Partei „Britain First“ fand sein Augenmerk, sondern auch die US-amerikanische Neonazi-Organisation „National Alliance“ (NA), der er dem Spiegel zufolge zwischen 1999 bis 2003 mehr als 620 US-$ überwiesen hat.

Auf Sozialen Netzwerken wird behauptet, es gebe Fotos, auf denen er bei Aufmärschen von „Britain First“ zu sehen sei. Weiter heißt es im Spiegel-Bericht, M. habe „Neonazi-Magazine abonniert sowie Gebrauchsanleitungen für den Eigenbau von Schusswaffen und Sprengsätzen gekauft, etwa ein Buch mit einer Anleitung zur Konstruktion einer .38-Kaliber-Pistole aus haushaltsüblichen Materialien“ .

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