Neue Behörde soll für Regierung verschlüsselte Kommunikation knacken


Die Mutter der Verschlüsselung: die deutsche Chiffriermaschine „Enigma“. Sie galt als Wunderwerk – und doch gelang es, ihre Codes zu knacken. (Foto: imago/ZUMA Press)
Für „Zitis“ sollen bald 400 Menschen arbeiten. Sie sollen Polizei und Geheimdiensten helfen, auf Smartphones und in besonders gut geschützten Messenger-Diensten mitzulesen.

Von Georg Mascolo, Nicolas Richter | Süddeutsche.de

James Comey hat Angst vor der Dunkelheit. Der Chef der amerikanischen Bundespolizei FBI fürchtet ein Phänomen namens „going dark“, und zwar nicht im Keller oder in einem langen Flur, sondern im Internet. Dort könnten sich viele dunkle Flecken ausbreiten, warnen Sicherheitsexperten, weil immer mehr Internetdienste und Telekommunikationsfirmen Verschlüsselungssysteme anbieten, die für Polizei und Geheimdienste schwer oder gar nicht zu überwinden sind. Der Staat, warnt Comey, bekomme dann nichts mehr mit. Er könne zwar die Nachrichtenströme im Netz verfolgen, sie aber nicht mehr entziffern. Kurzum, er tappe im Dunkeln.

Über die hereinbrechende Finsternis debattiert man auch in Europa. Der Chef der Polizeibehörde Europol, Rob Wainwright, weist darauf hin, dass Verschlüsselung bereits in 75 Prozent der Fälle eine Rolle spiele, und er verlangt Gegenmittel. Eine Stichprobe im Bundeskriminalamt (BKA) legt den Schluss nahe, dass dort inzwischen das Gros der Fälle betroffen ist.

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