Papst korrigiert Äußerung, dass die „große Mehrheit“ der kirchlichen Ehen ungültig ist


Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst Franziskus hat eine auf dem Pastoralkongress der Diözese Rom gemachte Antwort auf einer Frage zur „Krise der Ehe“ korrigiert, wonach er die „große Mehrheit“ der kirchlich geschlossenen katholischen Ehen für ungültig hält: In der geänderten Fassung ist statt von der „großen Mehrheit“ nur mehr von einem „Teil“ der Ehen die Rede. Wie groß dieser Teil ist, bleibt offen.

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Die Ursache für die Ungültigkeit der Ehen sieht der Papst im Bewusstsein der Ehepartner: Diese haben seiner Ansicht nach oft keine ausreichende Vorstellung davon, wie dauerhaft und umfassend der Pakt ist, den sie mit dem Sakrament eingehen. Auch dann nicht, wenn sie vor dem Traualtar Versprechen dazu abgeben. „Sie wissen nämlich“, so Franziskus, „nicht, was sie sagen“, auch wenn sie „guten Willens“ sind.

Ohne das Bewusstsein darüber, dass katholische Ehen ein ganzes Leben lang gelten und nur durch den Tod gelöst werden können, seien Versprechen von Brautleuten „nur vorläufig“. Außerdem entgeht solchen ohne ausreichendes Bewusstsein über die Konsequenzen – und damit ungültig – verheirateten Ehepartnern seinen Worten nach die „Schönheit“ des Sakraments.

Deshalb forderte der Papst die anwesenden Priester auf, unverheiratete Katholiken, die bereits in einer gemeinsamen Wohnung leben, nicht in eine formelle Eheschließung hinein zu drängen und sie immer wieder zu fragen, warum sie nicht heiraten. Stattdessen empfahl er, in diesem „schwierigsten Bereich der Seelsorge“ abzuwarten, die Paare zu „begleiten“, sie bei der „inneren Reifung“ zu unterstützen und „der Treue zu helfen, heranzuwachsen“.

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