Armenien-Resolution: Zu viel der Höflichkeit


© dpa Bundestagspräsident Lammert am Mittwoch bei der Türkischen Gemeinde in Berlin
Bundestagspräsident Lammert bedankt sich bei der Türkischen Gemeinde in Deutschland dafür, dass sie sich von Mordaufrufen und Drohungen gegenüber türkischstämmigen Abgeordneten distanziert. Das geht zu weit.

Von Martin Benninghoff | Frankfurter Allgemeine

An sich ist es richtig, wenn Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) gemeinsam mit den türkischstämmigen Abgeordneten Cem Özdemir (Grüne) und Cemile Giousouf (CDU) der Einladung des Verbandes der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD) folgt, um über die umstrittene Armenien-Resolution zu streiten. Ein direktes Gespräch ist immer besser, als sich über die Medien zu beschimpfen.

Allerdings dient sich Lammert zu sehr an, wenn er der TGD „ausdrücklich“ dafür dankt, dass die sich „von den Morddrohungen gegen Bundestagsabgeordnete im Umfeld der Armenien-Resolution unmissverständlich distanziert“, wie es in einer Pressemitteilung des Deutschen Bundestages heißt. Eine solche Distanzierung ist schlichtweg eine Selbstverständlichkeit für einen Verband, der sich als säkulare Interessenvertretung von Deutsch-Türken versteht und auf dem Boden des Grundgesetzes steht.

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