Volker Beck: „Die Menschenrechte gelten auch im Ramadan“


Foto: pa/dpa Eine Ehe für alle – dafür demonstriert der Grüne Volker Beck im September 2015 in Berlin
Die türkische Regierung hat die Gay-Pride-Parade in Istanbul verboten. Volker Beck fährt trotzdem hin. Und will damit ein Zeichen setzen: für Europas Interesse an einer demokratischen Türkei.

Von Deniz Yücel | DIE WELT

Die Welt: Herr Beck, Sie wollen am Sonntag am Gay Pride in Istanbul teilnehmen. Warum?

Volker Beck: Weil ich im letzten Jahr, als die friedlichen Demonstranten extremer Polizeigewalt ausgesetzt wurden, versprochen habe, zu kommen und diese Veranstaltung zu beobachten.

Die Welt: Der Gay Pride wurde wieder verboten. Was erhoffen Sie sich von Ihrem Besuch?

Volker Beck: Ich hoffe, dass die internationale Aufmerksamkeit dazu beiträgt, dass sich die Türkei daran erinnert, welche Verpflichtungen sie im Rahmen der Europäischen Menschenrechtskonvention eingegangen ist. Nach dem Verbot der Gleichheitsparade 2005 in Warschau und des ersten Gay Pride 2006 in Moskau hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte allen Mitgliedsstaaten des Europarats ins Stammbuch geschrieben, dass es ihre Aufgabe ist, solche Kundgebungen zu genehmigen und friedliche Demonstranten vor Gewalt zu schützen.

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