Bullshistic digital: Seelsorge über Whatsapp

Themenbild. Bild: radiodejesus.com
Themenbild. Bild: radiodejesus.com
Der württembergische Pfarrer Christian Tsalos hat eine „Whatsapp-Seelsorge“ ins Leben gerufen.

evangelisch.de

„Wir können als Kirche die Leute nicht zu alten Kommunikationsformen zwingen, wenn sie bereits neue Formen verwenden“, sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Heimsheim bei Pforzheim. Seine Whatsapp-Nummer steht auf der von ihm reservierten Internetseite http://www.whatsappseelsorge.de. Wer Rat zu Leben und Glauben braucht, könne sich über diesen Kanal an den Gemeindepfarrer wenden.

weiterlesen

Endlager-Kommission beschließt Abschlussbericht

Bild: GNS Gorleben
Bild: GNS Gorleben
Wie der Bundestag am Dienstag mitteilte, wurde das Ergebnis zweijähriger Arbeit in der Nacht zu Dienstag mit großer Mehrheit besiegelt.

evangelisch.de

Die Kommission war vom Bundestag beauftragt worden, Kriterien für ein Endlager des hochradioaktiven Atommülls festzulegen. Den Angaben zufolge plädiert die Kommission für ein Bergwerk, schließt aber kein bislang genanntes Gestein aus. Damit bleibt auch der umstrittene Standort Gorleben weiter möglich.

Der Kommission gehören 32 Mitglieder an. 16 sind Vertreter aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Jeweils acht nicht stimmberechtigte Mitglieder entsandten Bundestag und die Bundesländer. Die Kommission kommt am nächsten Dienstag zu ihrer letzten Sitzung zusammen. Dann soll auch der Abschlussbericht an Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) übergeben und der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

weiterlesen

Kabinett beschließt Reform der Leistungen für behinderte Menschen

Die Assistenzleistungen für behinderte Menschen werden verbessert und modernisiert.

evangelisch.de

Das Bundeskabinett beschloss am Dienstag in Berlin den Entwurf eines Bundesteilhabegesetzes. Ziel des Vorhabens ist, die Selbstbestimmung behinderter Menschen zu stärken. Behinderten- und Sozialverbänden gehen die Veränderungen nicht weit genug.

Zu den wichtigsten Änderungen zählen deutlich verbesserte Regeln für die Anrechung von Vermögen und Einkommen. In zwei Schritten werden die Vermögensfreibeträge auf 50.000 Euro erhöht. Bisher dürfen behinderte Menschen, die Eingliederungshilfe beziehen, nur 2.600 Euro sparen – und stehen damit schlechter da als Hartz-IV-Bezieher.

weiterlesen

Mit der Israel-Fahne auf die Fanmeile: Bespuckt, bedroht und beschimpft

Nicht gerne gesehen: die israelische Flagge auf der Berliner Fanmeile.Foto: Sebastian Leber
Wenn es beim Flaggezeigen auf der Fanmeile tatsächlich nur um sportlichen Wettkampf und gemeinsames Feiern geht, müsste doch auch die israelische Flagge akzeptiert sein, dachten sich unsere Autoren – und machten ganz unterschiedliche Erfahrungen.

Von Sebastian Leber, Johannes C. Bockenheimer | DER TAGESSPIEGEL

Zuerst sind da nur abfällige Blicke, getuschelt wird auch. Die erste Beleidigung kommt von einem dünnen Mann im Schweinsteiger-Trikot. Er ruft: „Was soll die Scheißfahne hier?“

Die „Scheißfahne“ hat zwei blaue Streifen auf weißem Grund, in der Mitte prangt der Davidstern. Es ist die Nationalflagge Israels.

Seit Beginn der Fußball-Europameisterschaft dominieren in Deutschland die Farben Schwarz, Rot und Gold. Einzig die Grüne Jugend warnte vor „Party-Patriotismus“ und rief dazu auf, die Fahnen wieder einzurollen. Kritik folgte prompt und von prominenter Stelle: Die Fahnen der Fans seien das Gegenteil derer von einst, twitterte Kanzleramtsminister Peter Altmaier. Sie stünden für ein weltoffenes, sympathisches Deutschland.

weiterlesen

Verfassung, wie hast du’s mit der Religion?

Carlin_Religion

Die AfD-Forderung nach einem muslimischen Bekenntnis zum Grundgesetz ist verfassungswidrig, aber die Militärseelsorge wohl auch. Der Jurist Hans Markus Heimann erklärt das Religionsverfassungsrecht.

Von Matthias Kamann | DIE WELT

In der AfD hält man den Islam für eine verfassungswidrige politische Ideologie. Deshalb, so die Rechtspopulisten, müssten sich hiesige Muslime zum Grundgesetz bekennen, bevor ihnen das Recht auf volle Glaubensausübung zuzuerkennen sei. So unsicher die These zur Verfassungswidrigkeit des Islam ist, so fest steht, dass die AfD-Forderung nach einem muslimischen Bekenntnis zum Grundgesetz ihrerseits grundgesetzwidrig ist.

Denn wie der Staatsrechtler Hans Markus Heimann feststellt, bedeutet die im Grundgesetz garantierte Religionsfreiheit, „ein religiöses Weltbild haben zu können, das der freiheitlich-demokratischen Rechtsordnung widerspricht“. Zwar sind natürlich geltende Gesetze einzuhalten. Aber ein Glaube ist auch dann geschützt, wenn dessen Lehren nicht verfassungskonform sind.

weiterlesen

Unicef warnt vor Tod von 69 Millionen Kindern bis 2030

Nigerianische Mädchen in einer Unicef-Schule im Tschad – sie flohen vor der islamistischen Terrormiliz Boko Haram. (Foto: AP)
Die unter Fünfjährigen werden aus weitgehend vermeidbaren Gründen sterben, schätzt das Kinderhilfswerk. Erschütternd sind auch die Zahlen zu Kinderehen und Bildungsmangel.

Süddeutsche.de

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) hat in der Nacht zum Dienstag seinen Jahresbericht vorgestellt. Darin finden sich erschütternde Zahlen über das voraussichtliche Leben und Sterben von Kindern weltweit bis ins Jahr 2030 – auf Basis der jüngsten Entwicklungen und des erwarteten Bevölkerungswachstums. Zentrale Aussagen im Überblick:

  • 69 Millionen Kinder unter fünf Jahren werden nach Schätzungen von Unicef bis zum Jahr 2030 an weitgehend vermeidbaren Ursachen sterben.
  • 167 Millionen Kinder werden bis dahin zudem in Armut leben.
  • 750 Millionen Mädchen werden zwangsverheiratet worden sein.
  • Besonders prekär ist die Lage im Gebiet südlich der Sahara: Dort könnten bis 2030 schätzungsweise neun von zehn Kindern in extremer Armut leben.
  • In diesem Gebiet wird dem Bericht zufolge dann auch die Hälfte aller Kinder weltweit leben, die keinen Zugang zu Grundschulunterricht hat.
  • Derzeit besuchen weltweit etwa 124 Millionen Kinder keine Schulen der Primar- und unteren Sekundarstufe.

weiterlesen

Gefräßige Giftfische breiten sich im Mittelmeer aus

Eigentlich kommt der Rotfeuerfisch im Roten Meer und Indischen Ozean vor. Im Bild ein Artgenosse aus Kuba. / Bild: APA/AFP/YAMIL LAGE
Aufgrund des Klimawandels expandiert der Indische Rotfeuerfisch rasant. Mit seinen Giftstacheln kann er auch Menschen gefährlich werden.

Die Presse.com

Es sind giftige Vielfraße, die sich noch dazu schnell vermehren – und sie dürften sich bereits im Mittelmeer ansiedeln. Die Indischen Rotfeuerfische kommen normalerweise im Roten Meer und im Indischen Ozean vor, fühlen sich wegen der steigenden Wassertemperaturen jedoch auch in unseren Gefilden immer wohler.

Der Pterois miles habe innerhalb eines Jahres fast die gesamte Südostküste von Zypern besiedelt, schreiben Forscher der Mittelmeerinsel und der britischen Universität Plymouth im Fachmagazin „Marine Biodiversity Records“. Zuvor hat es den Angaben zufolge nur wenige Sichtungen im Mittelmeer gegeben. Die Wissenschafter stützen sich unter anderem auf Angaben von Tauchern und Fischern.

weiterlesen

Warnung vor dem falschen Luther-Bild

Bild: mdr.de
Bild: mdr.de

Bitte ohne Hammer: Wissenschaftler warnen davor, zum Reformationsjubiläum falsche Bilder von Luther zu verbreiten und ihn für politische Botschaften zu instrumentalisieren.

Von Claudia Keller | DER TAGESSPIEGEL

Der Hammer gehört mittlerweile zu Martin Luther wie der Streusel zum Kirschkuchen. In Filmen und auf Gemälden schlägt er mit dem Hammer seine Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Den Playmobil-Reformator zum 500. Jubiläum 2017 gibt es mit Buch und mit Hammer, auch der Reformator aus dem Hause Lego hämmert. Und die Bundesregierung wirbt mit einer dreifachen Hammer-Symbolik für die drei nationalen Groß-Ausstellungen zum Reformationsjubiläum 2017. „www.3xhammer.de“ heißt die entsprechende Internetseite.

Doch den hämmernden Martin Luther hat es wahrscheinlich gar nicht gegeben. Es ist schon fraglich, ob seine 95 Thesen überhaupt an der Tür der Wittenberger Schlosskirche hingen und wenn ja, ob Professor Luther sie selbst dort angebracht hat. Vermutlich hat er eher den Universitäts-Pedell dafür losgeschickt. Über 300 Publikationen konnten die Frage, ob es den Thesenanschlag gegeben hat, bis heute nicht eindeutig beantworten. Und nun stellt der Historiker Daniel Jütte auch noch den Hammer infrage.

weiterlesen

Frontex: „Zentrale Mittelmeerroute so stark frequentiert wie noch nie“

Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
  • Die EU-Grenzschutzagentur Frontex schlägt Alarm: Wegen des Flüchtlingsdeals mit der Türkei wagen wieder mehr Menschen die Fahrt über das zentrale Mittelmeer.
  • Die Route sei „so stark frequentiert wie noch nie“ – zudem könnten in diesem Jahr etwa 300 000 Menschen aus Westafrika in die Maghreb-Staaten kommen und dann weiter reisen.
  • Ägypten wird demnach ein neues Zentrum für Schlepper.

Süddeutsche.de

Infolge des EU-Flüchtlingspaktes mit der Türkei wagen laut der EU-Grenzschutzagentur Frontex mehr Menschen denn je die lebensgefährliche Überfahrt über das zentrale Mittelmeer. „Mittlerweile kommen aus Libyen 13- bis 14-mal mehr Flüchtlinge nach Italien als Migranten aus der Türkei nach Griechenland“, sagte Frontex-Chef Fabrice Leggeri der Funke Mediengruppe. Die Zahl der illegalen Grenzübertritte zwischen Libyen und Italien übersteige in diesem Jahr die Zahl aller anderen illegalen Grenzübertritte in die EU.

weiterlesen

Kirchliche Missbrauchsstudie: Priester, 39, psychisch labil, sucht Zwölfjährigen

missbrauch_kathol

Es war still geworden um die katholischen Missbrauchsaufklärer. Jetzt legen sie einen Zwischenbericht vor – er zeigt, wie skrupellos und gewaltbereit sich Sexualstraftäter im Pfarrhaus gebärden.
 

Von Annette Langer | SpON

Anfang Juli 2014 startete die katholische Kirche ein Forschungsprojekt zu Missbrauch in den eigenen Reihen. Vier Jahre nach dem großen Missbrauchsskandal in Deutschland sollte es endlich losgehen mit der Aufklärung. Kriminologen, Psychiater, Soziologen und Strafrechtler sind seitdem aufgerufen, bis Ende 2017 Licht ins Dunkel zu bringen.

Jetzt legte die Bischofskonferenz einen Zwischenbericht vor – eine Metaanalyse von Daten, die in neun Ländern, darunter den USA, Irland und natürlich auch Deutschland erhoben wurden.

weiterlesen

 

USA: Mit katholischen Klos gegen Transgender?

Bild: FB
Bild: FB
Die Transgender-Anordnung der Regierung Obama solle die nächste Generation dazu bringen, das Geschlecht als Frage des persönlichen Ausdrucks sei. Die dahinter stehende Ideologie sei dämonisch und widerspreche der Theologie und der Wissenschaft.

kath.net

Die „Frontlinien“ zwischen einer Regierung die über ihre Zuständigkeit hinausgehe und der Moral seien klar, schreibt Paul Coakley, der Erzbischof von Oklahoma City. In einem Beitrag der auf der Internetseite der Erzdiözese von Oklahoma City veröffentlicht worden ist, kritisiert Coakley die Anweisung von Präsident Obama, Schultoiletten für Transgender-Personen des jeweils anderen Geschlechts zu öffnen. Andernfalls droht den Schulen der Entzug der Gelder der Bundesregierung.
„Es geht um mehr als um Toiletten“, schreibt Coakley weiter. Er wirft der US-Regierung vor grundlegende menschliche Beziehungen wie Ehe und Familie verändern zu wollen. Die Schulen sollen dabei offenbar eine zentrale Rolle spielen, fährt Coakley fort.

weiterlesen

EKD distanziert sich von Luthers Abgrenzungen gegenüber dem Islam

Lutherjahr

Die reformatorischen Abgrenzungen gegenüber dem Islam können nicht ohne Weiteres in die Gegenwart übertragen werden. Diese Ansicht vertritt die Konferenz für Islamfragen der EKD in einem Impulspapier mit dem Titel „Reformation und Islam“. Es wurde im Vorfeld des 500-jährigen Reformationsjubiläums 2017 veröffentlicht. Wie es darin heißt, muss das Verhältnis zwischen evangelischer Kirche und Islam neu bestimmt werden.

kath.net

Zwar seien die fünf Kerneinsichten der Reformation – solus Christus (allein Christus), sola gratia (allein aus Gnade), solo verbo (allein im Wort), sola scriptura (allein aufgrund der Schrift) und sola fide (allein durch den Glauben) – bis heute gültig.

Allerdings müsse etwa mit Blick auf das „solus Christus“ gefragt werden, „wie die darin zum Ausdruck gebrachte Exklusivität Jesu Christi in einer religiös pluralen Gesellschaft so zum Ausdruck gebracht werden kann, dass sie im Dialog nicht als anmaßend oder überheblich wahrgenommen wird“.

weiterlesen

Papst Franz mit klarer Ansage zur Rolle Benedikts

Bild: youtube
Bild: youtube
Für Aufregung hat eine Aussage von Erzbischof Gänswein gesorgt. Es ging um das Verhältnis des amtierenden und des ausgeschiedenen Papstes. Franziskus fühlte sich zu einer Richtigstellung veranlasst.

DIE WELT

Nach Irritationen über eine Aussage von Erzbischof Georg Gänswein hat Papst Franziskus Spekulationen über ein ,geteiltes Papstamt‘ zurückgewiesen.

Er habe Gänsweins Aussagen nicht gelesen; aber Benedikt XVI. sei „der emeritierte (ausgeschiedene, Anm. d. Red.) Papst, nicht ein zweiter Papst“, sagte Franziskus am Sonntagabend bei seinem Rückflug von Armenien nach Rom vor Journalisten.

Benedikt XVI. selbst habe dies bei seinem Rücktritt deutlich gemacht, als er davon gesprochen habe, dass er der Kirche künftig mit einem zurückgezogenen Leben im Gebet helfen wolle. Zudem habe er seinem Nachfolger vor den Kardinälen Gehorsam gelobt.

weiterlesen

Drohbriefe gegen Zornedinger Pfarrer: Tatverdächtiger festgenommen

Rund vier Monate nach dem Rücktritt eines dunkelhäutigen Pfarrers im oberbayerischen Zorneding wegen rassistischer Beleidigungen ist nun ein Tatverdächtiger gefasst.

evangelisch.de

Wie die Polizei Oberbayern Nord am Montag mitteilte, steht ein 74-jähriger Rentner aus München im Verdacht, im vergangenen November eine Postkarte mit „bedrohlichen und beleidigenden Inhalten“ an den aus dem Kongo stammenden Pfarrer geschickt zu haben. Der Staatsschutz hatte daraufhin wegen des Verdachts der Volksverhetzung die Ermittlungen aufgenommen.

Mann bestreitet Tat

Im März führte das Briefzentrum Freising die Kripo auf die Spur des Rentners, als dieser erneut ein Drohschreiben an den katholischen Geistlichen geschickt hatte. Bei einer Wohnungsdurchsuchung konnte die Polizei laut Mitteilung Beweismittel sicherstellen. Der polizeibekannte Mann bestreitet die Tat.

weiterlesen

Check Out These Images of Jupiter’s Glowing Cloud Layers

Image: ESO
Image: ESO
A team of astronomers released spectacular new views of Jupiter a week before NASA’s Juno spacecraft is set to arrive at the gas giant.

By Amy Thompson | MOTHERBOARD

The images will be used to create high-resolution maps and will help scientists better understand the planet’s interior prior to the spacecraft’s arrival.

“Over the past five to six months, we’ve been making regular observations of the giant planet,” Leigh Fletcher, team lead from Leicester University said during a Google Hangout today. “We want to better understand what the planet is like today, before Juno’s arrival.”

This view compares a lucky imaging view of Jupiter from VISIR (left) at infrared wavelengths with a very sharp amateur image in visible light from about the same time (right). Credit: ESO

The high-resolution maps and images were created by combining data from VISIR (a thermal camera on the Very Large Telescope) and the TEXES spectrograph on NASA’s Infrared Telescope Facility in Hawaii to produce the first global spectral maps of Jupiter taken from Earth.

read more

Kognitive Dissonanzen: „Im Vergleich zur korrupten Hillary ein ehrlicher Geschäftsmann“

trump

Während deutsche Medien nahezu einhellig Hillary Clintons „Mission“ propagieren, die Welt vor einem Präsident Trump zu bewahren, sieht der ehemalige NATO-Insider Rainer Rupp den bizarr frisierten Kandidaten als Bewahrer vor den Neocons.

Von Markus Kompa | TELEPOLIS

Sie wünschen sich – für einen Marxisten etwas ungewöhnlich – dass der karikaturhafte Kapitalist Donald Trump US-Präsident wird. Wie denn das?

Rainer Rupp: Erstens ist die Frage, ob „The Donald“ bekennender Kapitalist ist oder nicht, eine Sache der US-amerikanischen Wähler. Das ist ihre Angelegenheit und geht mich nichts an. Zudem ist Frau Clinton kein Jota weniger kapitalistisch als Trump.

Zweitens erscheint mir Trump im Vergleich zur korrupten Hillary als ehrlicher Geschäftsmann.

Im Unterschied zu Trump steckt Hillary voll und ganz in den Taschen der Banken und Rüstungskonzerne, von denen Hillary bereits Hunderte von Millionen Wahlkampfspenden bekommen hat, während Trump aus keiner dieser Branchen auch nur eine Spende bekam. Bei Hillary müssen zudem die etwa 30 Millionen Dollar hinzugerechnet werden, die sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Bill allein in den letzten 5 Jahren an Honoraren für Reden (bis zu 400.000 pro Rede) von den global operierenden US-Großkonzernen privat eingenommen hat.

Hinzu kommen die Zig-Millionen Dollar Spenden für die Clinton-Stiftung. Sie kommen vornehmlich aus Saudi Arabien und benachbarten Scheichtümern und anderen Diktaturen. Aktuelle Untersuchungen machen zunehmend deutlich, dass Sinn und Zweck der Clinton-Stiftung einzig und allein darin zu bestehen scheint, den Wohlstand von Hillary und Bill zu mehren.

Im Vergleich zu dieser scheußlichen, kaum verdeckten Korruption bzw. Prostitution der um die Gunst des Großkapitals buhlenden Kandidatin Hillary erscheint Trump nicht nur für seine Parteigänger als einfacher und ehrlicher Geschäftsmann. Er ist bereits Milliardär, allein letztes Jahr ist er um fast 600 Millionen Dollar reicher geworden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass er in der Politik käuflich wird, ist daher gering. Das halten viele US-Bürger, welche die korrupte Kaste der Berufspolitiker in Washington am liebsten mit Knüppeln davonjagen würden, Trump besonders zugute. Von seinem öfters exzentrischen oder „karikaturhaften“ Auftreten lassen sie sich nicht beeinflussen. Wenn er kein kühl rechnender Kopf wäre, wäre sein Immobilienimperium längst zusammengebrochen, ist ein oft gehörtes Argument.

Drittens: Wenn es nach dem Einknicken von Sanders nur noch um die außenpolitischen Intentionen der verbliebenen zwei Präsidentschaftskandidaten geht, dann fühle ich mich bei Trump um ein Vielfaches besser aufgehoben, als bei der Lieblingskandidatin der global agierenden US-Konzerne und der republikanischen und demokratischen Kriegstreiber, weshalb ihre Kritiker sie nicht zu Unrecht inzwischen Killery nennen.

Bei Trump dagegen haben die Neocons keine Chance, weshalb letztere nicht müde werden, sich neue Intrigen auszudenken, um ihn doch noch zu Fall zu bringen. Zugleich hat sich Trump bezüglich der Verbrechen der Neocons und ihrer Unterstützung und Zusammenarbeit mit Terroristen aller Art (ob islamische Fundamentalisten oder ukrainische Nazis) auf Kosten der US-Sicherheit und Bürger wiederholt als äußerst gut informiert gezeigt. Das sind gute Voraussetzungen zur sicherheitspolitischen Verständigung mit Russland und China, die man weder bei Sanders erkennen konnte und erst Recht nicht bei der käuflichen „crooked“ Hillary.

weiterlesen