Warnung vor dem falschen Luther-Bild


Bild: mdr.de
Bild: mdr.de

Bitte ohne Hammer: Wissenschaftler warnen davor, zum Reformationsjubiläum falsche Bilder von Luther zu verbreiten und ihn für politische Botschaften zu instrumentalisieren.

Von Claudia Keller | DER TAGESSPIEGEL

Der Hammer gehört mittlerweile zu Martin Luther wie der Streusel zum Kirschkuchen. In Filmen und auf Gemälden schlägt er mit dem Hammer seine Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Den Playmobil-Reformator zum 500. Jubiläum 2017 gibt es mit Buch und mit Hammer, auch der Reformator aus dem Hause Lego hämmert. Und die Bundesregierung wirbt mit einer dreifachen Hammer-Symbolik für die drei nationalen Groß-Ausstellungen zum Reformationsjubiläum 2017. „www.3xhammer.de“ heißt die entsprechende Internetseite.

Doch den hämmernden Martin Luther hat es wahrscheinlich gar nicht gegeben. Es ist schon fraglich, ob seine 95 Thesen überhaupt an der Tür der Wittenberger Schlosskirche hingen und wenn ja, ob Professor Luther sie selbst dort angebracht hat. Vermutlich hat er eher den Universitäts-Pedell dafür losgeschickt. Über 300 Publikationen konnten die Frage, ob es den Thesenanschlag gegeben hat, bis heute nicht eindeutig beantworten. Und nun stellt der Historiker Daniel Jütte auch noch den Hammer infrage.

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