Mit dem Aus für die Münchner Moschee scheitert mehr als eine Idee


Der letzte Appell kam auf Arabisch via Twitter. Medium wie Sprache standen für sich. Für Benjamin Idriz‘ Moschee-Pläne für München fehlten bis kurz vor einer von der Stadt gesetzten finalen Frist 3,5 Millionen Euro. Wer würde ernsthaft glauben, dass so eine Summe über einen virtuell in die Welt gesandten Hilferuf zusammenkommt?

Von Nina Bovensiepen | Süddeutsche.de

Dass dieser auf Arabisch war, zeigt auch, wo der Imam keine Spender vermutete: in Deutschland, in München – in der Stadt, in der viele Menschen und Firmen heimisch sind, die gemeinsam locker eine solche Summe für ein Vorzeigeprojekt aufbringen könnten.

Und ein Vorzeigeprojekt hätte es werden können, der Münchner Moschee-Bau, über den nun seit einem Jahrzehnt in der Stadt diskutiert wird. Der ausdrücklich nicht als abgeschottete Gebetsstätte für Islamisten und vermeintlich dunkle Mächte geplant war, auch wenn manch Rechts- oder sonst wie Fehlgeleitete dies stets gerne Glauben machen wollten. Nein, geplant war ein Ort der Integration. Ein Gemeindezentrum, das offen sein sollte für alle, für Katholiken, Atheisten, Buddhisten und Muslime, für Frauen und Männer, Alte und Junge.

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