Thailands Buddhismus in der Krise: Gierige Mönche


Bild: tagesschau.de
Buddhismus gilt als sanfter und freundlicher Glaube. Doch die Klöster in Thailand werden derzeit von einer Reihe Skandale erschüttert: Es geht um Korruption, Spendenunterschlagung, Drogen und Sex. Die Staatsmacht traut sich nicht durchzugreifen.

Von Holger Senzel | ARD Studio Singapur

Aus dem Tempel dringen die Gesänge und Gebete der Mönche – draußen vor der Tür steht die Polizei mit einem Haftbefehl für den Abt wegen Unterschlagung, Betrugs, Geldwäsche. Doch davon wollen seine Anhänger nichts wissen, die sich zu Hunderten in weißen Gewändern vor dem Kloster versammelt haben, um den Abt zu schützen. Für die Gläubigen ist Phra Dhamachaya ein heiliger Mann. „Der Tempel hat mich den Sinn des Lebens gelehrt“, sagt ein Gläubiger. „Es geht um Glück, das Glück tief in mir drin, das erreiche ich durch Meditation. In diesem Tempel geht es um Meditation – und sonst nichts.“

Umgerechnet elf Millionen Euro an Spendengeldern soll der gierige Geistliche über die Jahre unterschlagen haben. Der Abt habe das Vertrauen der Gläubigen missbraucht, sagt sein früherer Vertrauter Mano Laovanavich. Familien seien ins Elend gestürzt, weil sie ihm ihr gesamtes Geld gegeben hätten. Das Urteil des enttäuschten Anhängers: „Wenn Sie die Schurken der beiden Filme „Matrix“ und „Star Wars“ in einem Menschen kombinieren würden, dann hätten sie den Abt Phra Dhamachaya.“

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