„Türkei – Drehkreuz des Terrors?“


Der Chefredakteur der Tageszeitung „Cumhuriyet“ verbringt wegen seiner Artikel über die Waffenlieferungen an die Dschihadisten viel Zeit vor türkischen Gerichten. Foto: © Halil Gülbeyaz/HTTV-Produkti
Arte zeigt eine Reportage über die kaum behinderte Ausbreitung der Terrormiliz „Islamischer Staat“ in der Türkei.

Von Daland Segler | Frankfurter Rundschau

Die Türkei ist zu einem Schlüsselstaat für die Sicherheit nicht nur des Nahen Ostens und Europa geworden. Trotz vergeblichen Bemühens um Mitgliedschaft in der EU hat sich das Land seit der Neugründung durch Kemal Atatürk Europa recht weit angenähert, auch Migration und Re-Migration haben ihren Teil dazu beigetragen. Doch seit ein paar Jahren beginnt sich das offenbar wieder zu ändern. Die strikte Trennung von Staat und Religion wird aufgeweicht, der Islam wird von der politischen Führung zunehmend instrumentalisiert, die Frau des Staatspräsidenten Recep Tayip Erdogan etwa propagiert das Kopftuch, und er selbst forderte jüngst die Frauen seines Landes auf, nicht mehr zu verhüten. Erdogans Verbissenheit, seine Ehrsucht und sein Machtwille scheinen grenzenlos. Andersdenkende und von ihm als Kritiker ausgemachte Personen verfolgt er so rücksichtslos, dass er selbst demokratische Grundwerte wie Meinungsfreiheit und Unabhängigkeit der Justiz missachtet – alles unter dem Vorwand, gegen Terrorismus vorzugehen.

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