UN-Berichterstatter Bielefeldt: Keine Religions- ohne Meinungsfreiheit


Heiner Bielefeldt, Podium, 2011. Bild: brightsblog
Heiner Bielefeldt, Podium, 2011. Bild: brightsblog
Der UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit Heiner Bielefeldt sieht einen engen Zusammenhang von Meinungs- und Religionsfreiheit.

kathpress

Wer autoritär ein Verbot von Religionskritik fordere, stelle das Menschenrecht der Religionsfreiheit auf den Kopf, schreibt der deutsche Menschenrechtsexperte in einem Gastbeitrag für die Juli-Ausgabe der „Herder Korrespondenz“. Er sehe derzeit insbesondere im Islam das „Missverständnis“, Religionen könnten als solche gegen als verletzend empfundene Karikaturen oder jede Kritik geschützt werden. Derzeit „mehrten sich die Anzeichen“, so Bielefeldt weiter, dass muslimische Organisationen, aber auch Russland versuchen wollten, den Kampf gegen Religionskritik und Blasphemie in die Gremien der Vereinten Nationen zu tragen.

Aus der Religionsfreiheit als Freiheitsrecht der Menschen in den vielfältigen Fragen religiösen Glaubens und religiöser Praxis dürfe kein autoritativer „Ehrschutz“ für bestimmte Religionen werden. Strafrechtlich bewehrte Blasphemieverbote schränkten nicht nur die Meinungsfreiheit unverhältnismäßig ein, sondern bedrohten typischerweise auch religiöse Minderheiten, warnt Bielefeldt. Dies lasse sich an Beispielen aus aller Welt demonstrieren. Religionsfreiheit sei überdies „kein Privileg der Frommen“. Es komme letztlich auch Religionskritikern, Dissidenten und Skeptikern zugute.

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