Goebbels‘ Sekretärin: „Nichts haben wir gewusst“

Brunhilde Pomsel / Bild: APA/AFP/CHRISTOF STACHE
Der Dokumentarfilm „Ein deutsches Leben“ über die Sekretärin von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels hatte am Mittwochabend Premiere.

Die Presse.com

Brunhilde Pomsel ist eine der letzten Zeitzeuginnen, die das Nazi-Regime als junge Frau miterlebt haben. Die mittlerweile 105-Jährige war nah dran am Führungskreis des Terrorregimes: Als Sekretärin von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels, der in der Vernichtungsmaschinerie der Nazis eine zentrale Rolle spielte.

Von den Grausamkeiten will Pomsel aber nichts mitbekommen haben. „Nichts haben wir gewusst, es ist alles schön verschwiegen worden und das hat funktioniert“, sagt sie in der österreichischen Dokumentation „Ein deutsches Leben“. Erst nach Kriegsende sei ihr das ganze Ausmaß der Geschehnisse bewusst geworden. Der Film hatte am Mittwochabend auf dem Filmfest München Premiere.

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Humanisten feierten die Sonnenwende

Klaus Hofmann von der Isenburger Humanistischen Gemeinschaft. Bild: FNP
Die Humanistische Gemeinschaft Neu-Isenburg – vormals Freireligiöse Gemeinde – hatte ihre Mitglieder zur Sonnwendfeier in ihre Räume in der Ludwigstraße 68 eingeladen. Anlässlich der Umbenennung der Freireligiösen Landesgemeinschaft Hessen in „Freie Humanisten Hessen“ hatte auch die Gemeinde in Neu-Isenburg ihren Namen geändert.

Frankfurter Neue Presse

Diese Änderung hatte die ehemalige Neu-Isenburger Gemeindevorsteherin Ortrun Lenz, die auch Mitglied im Vorstand der Landesgemeinschaft war, mit angeregt. „Ich bete nichts und niemanden an, ich glaube an kein Leben nach dem Tode, empfinde mein Dasein als einmaliges Ereignis“, verwies Ortrun Lenz auf das störende „Freireligiös“ im Namen, das mit der Namensänderung nun wegfiel.

Während die Gemeinde zu ihrer Entstehungszeit in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine „christliche Splittergruppe“ gewesen ist, verbindet sie heute nichts mehr mit dem Christentum. Doch noch immer ist der Gemeinschaft eine humanistische Orientierung wichtig. Hier geht es ihr in erster Linie um Toleranz, Kunst und Kultur, die einzigartige Diesseitigkeit des Lebens und den verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur und den Mitlebewesen. Klaus Hofmann, Vorsteher der Humanistischen Gemeinschaft Neu-Isenburg und Vizepräsident der Landesgemeinschaft Hessen betonte: „Für uns steht dies mehr unter Weltanschauung als unter einer religiösen Ausrichtung.“

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Kopftuchverbot für Rechtsreferendarinnen ist rechtswidrig

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)
Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Damit gibt das Augsburger Verwaltungsgericht einer Juristin recht, die gegen den Freistaat Bayern geklagt hatte. Justizminister Bausback will das Urteil nicht hinnehmen.

Süddeutsche.de

Das Augsburger Verwaltungsgericht hat das in Bayern seit acht Jahren praktizierte Kopftuchverbot für Rechtsreferendarinnen für unzulässig erklärt. Das Gericht gab am Donnerstag Aqilah Sandhu recht, die seit 2014 im sogenannten Vorbereitungsdienst bei der Justiz ist und dabei eine Auflage erhalten hatte, wonach sie bei Auftritten mit Außenwirkung kein Kopftuch tragen dürfe (Aktenzeichen: Au 2 K 15.457).

Das Münchner Oberlandesgericht hatte sich bei der Auflage an einer Verordnung des bayerischen Justizministeriums von 2008 orientiert, wonach Referendarinnen beispielsweise im Gerichtssaal oder bei Zeugenvernehmungen auf ihr Kopftuch verzichten müssen. Die Augsburger Richter bemängelten nun, dass es für einen solchen Eingriff in die Religions- und Ausbildungsfreiheit keine gesetzliche Grundlage gebe.

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Dänische Polizei nimmt Asylbewerbern Bargeld ab

Nach einer Asylreform in Dänemark kann Flüchtlingen in dem Land zukünftig teurer Schmuck oder Bargeld abgenommen werden. So soll ihre Unterbringung mitfinanziert werden. Quelle: Die Welt
Das heftig umstrittene „Schmuckgesetz“ kommt in Dänemark erstmals zum Einsatz. Die Polizei beschlagnahmte in Kopenhagen 80.000 Kronen von fünf Iranern, die mit falschen Papieren einreisen wollten.
 

DIE WELT

Die dänische Polizei hat zum ersten Mal seit Einführung des umstrittenen „Schmuckgesetzes“ Bargeld von Asylbewerbern beschlagnahmt. Kopenhagener Beamte nahmen fünf Iranern am Dienstagabend rund 80.000 Kronen (knapp 11.000 Euro) ab, wie die Reichspolizei berichtete.

Die Gruppe aus zwei Männern und drei Frauen zwischen 26 und 35 Jahren hatte versucht, mit falschen Papieren nach Dänemark einzureisen. Das heftig kritisierte „Schmuckgesetz“ war im Februar in Kraft getreten. Das dänische Parlament hatte es trotz internationaler Kritik mit großer Mehrheit beschlossen.

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Gleichheit kommt von Glauben

Impressionen aus Olten: Blick vom Stadthaus Richtung katholische Kirche. (Bild: Annick Ramp / NZZ)
Angeblich liberale und offene Zeitgenossen sehen einen Gegensatz zwischen Aufklärung und christlichem Glauben. Sie irren. Und machen damit auch den Muslimen das Leben schwer. Ein Vorschlag zur Güte.

Von Martin Grichting | Neue Zürcher Zeitung

Die Widersprüche sind nicht länger zu übersehen: Auf der einen Seite schneidet sich die Schweizer Bevölkerung zusehends von ihren christlichen Wurzeln ab. Die neuesten statistischen Meldungen aus Zürich bestätigen hier jedenfalls einen langjährigen Trend. Der Anteil der Kirchenmitglieder an der Kantonsbevölkerung hat sich 2015 wiederum um ein gutes Prozent reduziert. Waren in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts noch über 95 Prozent reformiert oder katholisch, so sind es vierzig Jahre später noch 57 Prozent. Wenn man den Sinkflug mit dem Lineal weiterzieht, wird 2023 die 50-Prozent-Marke unterschritten werden.

Andererseits haben zwei aus religiösen Gründen den Handschlag verweigernde Halbwüchsige führenden Politikern die Aussage entlockt, die Schweiz sei ein christliches Land. Das scheint die These des Grossimams von Bordeaux, Tareq Oubrou, zu bestätigen, dass die neuerdings offensiv vertretene ethnisch-religiöse Sichtbarkeit des Islam in Europa zu einer Welle der Rechristianisierung führe.

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Asteroiden auf Crashkurs

Aus der Bahn geschubst. Die Animation zeigt, wie eine Nasa-Sonde (DART) in den 170 Meter großen „Didymoon“ einschlägt. Eine…Abb.: ESA – ScienceOffice
Einschläge von Asteroiden können verheerenden Folgen haben. Forscher wollen gefährliche Objekte frühzeitig erkennen – und arbeiten an Verfahren, diese abzulenken.

Von Ralf Nestler | DER TAGESSPIEGEL

Es war ein Wunder: Am 15. Februar 2013 erreichte ein 20 Meter großes Objekt die Erde und explodierte über der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk. 7000 Gebäude wurden beschädigt, viele Menschen verletzt, doch niemand getötet. Es hätte anders ausgehen können, wäre der Brocken nur etwas steiler herangeschossen und in geringerer Höhe zerfetzt worden – oder er hätte gar eingeschlagen.

Kosmische Treffer wurden lange als abstrakte Gefahr wahrgenommen. Man dachte an den Einschlag vor 66 Millionen Jahren, in dessen Folge die Dinosaurier ausstarben oder die Tunguska-Explosion in Sibirien im Jahr 1908. Tscheljabinsk hingegen machte die Gefahr spürbar. Asteroiden wurden zu einem ernsthaften Thema jenseits von Hollywood-Klamotten wie „Armageddon“.

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Bedrohliche Atheisten und katholische Aliens

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Religionssoziologe Detlef Pollack, Sprecher des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Universität Münster, sprach mit hpd-Redakteurin Daniela Wakonigg über das Image von Atheisten und darüber, wie sie es verbessern können.

Von Daniela Wakonigg | hpd.de

Detlef Pollack ist Professor für Religionssoziologie und Sprecher des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ an der Universität Münster. Der studierte evangelische Theologe versteht sich hinsichtlich seiner soziologischen Forschungen als methodologischer Agnostiker.

hpd: Herr Pollack, bei der Vorstellung Ihrer jüngsten Umfrage zum Thema „Fundamentalismus, Gewaltakzeptanz, Religiosität“ war unter anderem zu erfahren, dass 49 Prozent der Menschen in Westdeutschland den Islam als Bedrohung wahrnehmen. Was angesichts der aktuellen medialen Debatten wenig verwunderlich ist. Ziemlich überraschend fand ich allerdings, dass der Atheismus in Westdeutschland auf Platz Zwei des Bedrohungs-Rankings steht. 36 Prozent der Menschen in Westdeutschland nehmen den Atheismus als Bedrohung wahr, in Ostdeutschland sind es 16 Prozent. Woher stammen diese Zahlen?

Prof. Detlef Pollack: Aus dem Religionsmonitor 2012 der Bertelsmann Stiftung. Darin wurde –nach Ost und West differenziert – gefragt, inwieweit verschiedene Religionsgemeinschaften und eben auch Atheisten als Bedrohung oder Bereicherung empfunden werden. 49 Prozent Ostdeutschen empfinden den Atheismus übrigens auch als Bereicherung – allerdings nur 34 Prozent der Westdeutschen. Das Christentum hat da ein deutlich besseres Image. Das bewerten 76 Prozent in Westdeutschland und 64 Prozent in Ostdeutschland als Bereicherung.

Das finde ich sehr interessant, weil es darauf hinweist, dass es selbst im Osten Deutschlands, wo die Konfessionslosen ja 75 Prozent stellen, eine latente kulturelle Prägung durch das Christentum gibt.

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Türkei wegen nichtverhindertem Mord an Ehefrau verurteilt

EuropaUrteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs: Die Türkei trägt Mitschuld am Tod einer Türkin, die von ihrem Ehemann ermordet wurde. Die staatlichen Behörden hätten trotz mehrmaliger Bitten der Frau um Hilfe versagt.

kath.net

Die Türkei trägt nach einem Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshof eine Mitschuld am Tod einer Türkin, die von ihrem Ehemann ermordet wurde. Die staatlichen Behörden hätten trotz mehrmaliger Bitten der Frau um Hilfe versagt, betonten die Richter in ihrer am Dienstag in Straßburg veröffentlichten Entscheidung. So habe sich ein türkisches Gericht geweigert, den Mann trotz wiederholter Todesdrohungen in Untersuchungshaft zu nehmen. Auch die Missachtung des Verbots, sich seiner Familie zu nähern, seien nicht geahndet worden.
Die türkischen Behörden hätten somit eine Situation geschaffen, die häusliche Gewalt weiter befördert habe, betonten die Straßburger Richter. Zugleich kritisierte der Menschenrechtsgerichtshof, die Türkei habe zu wenige Schutzräume für Frauen eingerichtet, die unter häuslicher Gewalt leiden.

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«Creep Catcher» machen Jagd auf Pädophile im Internet – eine riskante Form von Selbstjustiz

Mann mit pädophiler Neigung in einem Youtube-Video – oder alles nur ein «Missverständnis»? screenshot: youtube
Gehören Männer, die Minderjährige sexuell missbrauchen wollen, an den Internet-Pranger? In den USA beschäftigt eine solche Aktion die Richter.

Von Daniel Schurter | watson.ch

«Hallo, können wir reden?»

Pädophile suchen auf Dating-Plattformen, in sozialen Netzwerken und Chatrooms nach Opfern.

Es beginnt ganz harmlos. Mit List und Einfühlungsvermögen versucht der Täter, das Vertrauen der minderjährigen Person am anderen Ende der Leitung zu gewinnen.

«Lass uns einfach nur ein bisschen plaudern.»

Im Internet wird nonstop Jagd auf Kinder und Jugendliche gemacht. Laut einem Bericht von UNICEF (aus dem Jahr 2009!) sind um die 750’000 Männer mit pädophilen Neigungen aktiv – und zwar rund um die Uhr, in allen Ländern weltweit.

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Religionspolitiker reden über Muslime ohne Muslime

Die Teilnehmer der Diskussionsrunde (v.l.) Moderator Joachim Frank, Thomas Sternberg (CDU), Rektorin Ursula Nelles, Kerstin Griese (SPD), Volker Beck (Die Grünen), Ulrich Willems © Exzellenzcluster „Religion und Politik“/Sarah Batelka
Religionspolitiker mahnen bei einer Diskussion an der Uni-Münster offenere Debatten über und mit Religionen an. Uni-Rektorin betont Bedeutung des Dialogs. An der Diskussion ist aber kein einziger Muslim dabei.

MiGAZIN

Der Grünen-Politiker Volker Beck vermisst bei den großen Islamverbänden in Deutschland die Ausrichtung ihrer Identität nach einem religiösen Bekenntnis. „Unter dem Dach von Ditib oder Islamrat findet nicht nur Religion statt, sondern auch sehr viel türkische Politik. Politik, Sprache und Herkunft prägen stark die Identität und Grenzen der Verbände“, sagte der religionspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion Volker Beck am Dienstagabend in Münster. Zentrales Identitätsmerkmal der Verbände sei bisher nicht ein jeweiliges, theologisch begründetes Glaubensbekenntnis, sondern seien etwa ihr Verhältnis zur Türkei oder andere Herkunftsbezüge. „Voraussetzung für den Körperschaftsstatus, den die Verbände anstreben, ist aber die Organisation nach dem religiösen Bekenntnis. Dieses Recht haben nur Religionsgemeinschaften, nicht religiöse Vereine. Da müssen wir klar bleiben.“

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Justiz blockt Neonazi-Watchblog

Das Watchblog „Störungsmelder“ wird von „Zeit online“ gehostet Screenshot: Matthias Meisner
Ein „Zeit“-Blog berichtet über Rechtsextreme, doch Ämter verweigern ihm Auskünfte. Ein Gericht bestreitet, dass es sich um Journalismus handelt.

Von Matthias Meisner | DER TAGESSPIEGEL

Die Fragen sind wichtig, mehr denn je: Was passiert in der rechtsextremen Szene? Wo sind die Neonazis besonders aktiv? Welche Strategien wenden sie an? Warum finden sie Gehör? Und was kann man gegen sie tun? Um das zu klären, hat „Zeit online“ vor neun Jahren den Neonazi-Watchblog „Störungsmelder“ gestartet. Fortlaufend wird seither über die rechte Szene berichtet, auch wenn sie mal nicht im Fokus der Öffentlichkeit steht. Zuletzt beispielsweise über einen „Identitären“-Aufmarsch in Berlin, Verbindungen von Russlanddeutschen zur extremen Rechten und eine Sonnenwendfeier im schwäbischen Landkreis Neu-Ulm.

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Anschlag von Istanbul: „Diese Regierung hat die Mörder gehätschelt“

Drei Selbstmordattentäter sprengen sich in die Luft und töten Dutzende Menschen. Mehr als 200 sind verletzt. Die türkische Regierung macht für den Anschlag die Terrormiliz IS verantwortlich. Quelle: Die Welt
Auf den Terror in Istanbul reagiert die Regierung mit einer Nachrichtensperre und der Aussage, dass es sich nicht um ein Versagen der Behörden handele. Türkische Journalisten sehen das ganz anders.

Von Deniz Yücel | DIE WELT

Vor der Gerichtsmedizin in Istanbul warten nur noch wenige Angehörige auf ihre Liebsten, als die Behörden am Nachmittag die Zahl der Todesopfer auf 41 erhöhen, später stieg die Zahl auf 42, eine 22-Jährige erlag ihren Verletzungen. Ob darunter auch die drei Attentäter sind, ist da noch nicht klar. Eine amtliche Totenliste vom Mittag verzeichnet 40 Tote, darunter 13 Ausländer – zwölf aus dem Nahen Osten und Zentralasien, einer aus der Ukraine. Zwei Männer und zwei Frauen sind nicht identifiziert. Und womöglich wird es nicht bei der Zahl bleiben. „Vorhin wurde die Leiche einer Frau aus einem Krankenhaus hergebracht, die noch gar nicht auf dieser Liste steht“, sagt eine Journalistin. Unter den 239 Verletzten ist nach Angaben aus dem Auswärtigen Amt in Berlin auch eine Deutsche.

Überhaupt, die Journalisten. Inzwischen bilden sie vor dem Gebäude der Gerichtsmedizin, das nur wenige Kilometer vom Atatürk-Flughafen entfernt liegt, die Mehrzahl. Man tauscht untereinander Nachrichten aus. Und zwischen Telefonaten mit den Redaktionen, Liveschaltungen und den wenigen Momenten, in denen noch ein Leichenwagen die Gerichtsmedizin verlässt, bleibt immer noch genug Zeit für politische Diskussionen.

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Morddrohungen gegen „Charlie Hebdo“

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Die Redaktion von „Charlie Hebdo“ hat erneut Morddrohungen erhalten und Anzeige erstattet. Die Mitteilungen seien „sehr bedrohlich“, so die Pariser Staatsanwaltschaft.

Frankfurter Rundschau

Wegen neuer Morddrohungen gegen die Redaktion von „Charlie Hebdo“ hat die Pariser Staatsanwaltschaft nach einem Bericht der Zeitung „Le Parisien“ ein Ermittlungsverfahren eröffnet. Es habe als „sehr bedrohlich“ eingestufte Mitteilungen an die französische Satirezeitschrift gegeben, berichtete das Blatt unter Berufung auf Ermittler. Die Leitung von „Charlie Hebdo“ kommentierte die Informationen nicht, von Seiten der Staatsanwaltschaft in Paris gab es dazu am Mittwoch zunächst keine Stellungnahme.

Die Drohungen sollen auf der Facebook-Seite von „Charlie Hebdo“ sowie in einem Brief an die Redaktion formuliert worden sein. Die Redaktionsleitung habe deswegen Anzeige erstattet.

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Anzeige gegen Görlitzer Polizeipräsidenten

Die Staatsanwaltschaft Görlitz prüft Ermittlungen gegen den Görlitzer Polizeipräsidenten Conny Stiehl wegen Volksverhetzung. Hintergrund ist ein Vorfall im Mai in Arnsdorf: Vier Männer hatten einen Flüchtling überwältigt und gefesselt.

evangelisch.de

Im Zusammenhang mit dem Übergriff auf den Asylbewerber im sächsischen Arnsdorf liege die Anzeige einer Privatperson vor, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Görlitz. Diese Anzeige werde nun geprüft.

Damit korrigierte die Sprecherin Angaben der dortigen Polizeidirektion. Über die Anzeige hatte zuerst die „Bild“-Zeitung (Mittwochsausgabe) berichtet. Die Polizeidirektion hatte auf Anfrage und unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Görlitz mitgeteilt, dass gegen mehrere Beamte, darunter den Polizeipräsidenten, wegen Strafvereitelung im Amt und falscher Verdächtigung ermittelt werde. Zudem werde auch dem Vorwurf unterlassener Hilfeleistung nachgegangen, hieß es am Mittwochmorgen auf Anfrage.

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Piusbruderschaft: Papst Franziskus stiftet Verwirrung

Bishop Bernard Fellay at an SSPX ordination ceremony for priests in Econe, southwest Switzerland, June 29, 2009/Denis Balibouse
Bishop Bernard Fellay at an SSPX ordination ceremony for priests in Econe, southwest Switzerland, June 29, 2009/Denis Balibouse
«In der Verwirrung, die derzeit in der Kirche herrscht», müssten die aktuellen Irrtümer deutlich benannt werden. Leider würden diese «von einer großen Zahl von Priestern begünstigt, bis zum Papst selbst».

kath.net

Die Piusbruderschaft wirft Papst Franziskus vor, Verwirrung in der kirchlichen Lehre Vorschub zu leisten. Die Bruderschaft bete und tue Buße für den Papst, damit er «die Kraft habe, Glaube und Moral vollständig zu verkünden», heißt es in einer Erklärung des Pius-Oberen Bernard Fellay vom Mittwoch, dem kirchlichen Hochfest Peter und Paul.
Weiter heißt es darin: «In der großen und schmerzlichen Verwirrung, die derzeit in der Kirche herrscht», müssten die «Irrtümer», die sich in die kirchliche Lehre eingeschlichen hätten, deutlich benannt werden. Leider würden diese «von einer großen Zahl von Priestern begünstigt, bis zum Papst selbst», so Fellay. «Alles unter dem einen Haupt, Christus, zusammenzubringen», könne nicht gelingen «ohne die Unterstützung eines Papstes, der für die Rückkehr der heiligen Tradition steht». Bis zu jenem Tag wolle die Piusbruderschaft ihre Bemühungen zum Aufbau der «Herrschaft Christi» verdoppeln.

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Papst-Entschuldigung reicht Homosexuellen nicht

Papst Franziskus (Bild: AP)
Papst Franz (Bild: AP)
Papst Franziskus fordert die Kirche dazu auf, sich für die Diskriminierung von Homosexuellen zu entschuldigen. Vielen Kritikern reicht die Geste allerdings nicht aus.

Von Joachim Frank | Frankfurter Rundschau

Zwei „apokalyptische Bestien“ bedrohen heutzutage die Menschheit: der Götzendienst westlicher Freiheit und der islamische Fanatismus. Im 21. Jahrhundert führen Homosexuelle und der IS das Schreckensregiment, mit dem der Nationalsozialismus und der Kommunismus das vorige Jahrhundert überzogen haben. Diese haarsträubenden Parolen verbreitet nicht irgendein Einpeitscher, sondern einer der höchsten katholischen Würdenträger, Kurienkardinal Robert Sarah aus Guinea in Westafrika. Von manchen wird der 71-Jährige als Anwärter auf das Papstamt gehandelt.
Sarahs Schwadronieren auf der Familiensynode in Rom 2015 steht in krassem Gegensatz zu dem, was Papst Franziskus in der jüngsten seiner berühmt-berüchtigten „fliegenden Pressekonferenzen“ auf der Rückreise von Armenien gesagt hat: Die Kirche sollte sich für die Ausgrenzung von Homosexuellen entschuldigen. Franziskus variierte dabei den inzwischen sprichwörtlichen Satz aus seinem ersten Amtsjahr: Wenn jemand homosexuell veranlagt ist, guten Willens und auf der Suche nach Gott – „Wer sind wir, über ihn zu urteilen?“ 2013 hatte der Papst das noch in der Ich-Form ausgedrückt. Jetzt dehnte er seine persönliche Haltung des Respekts und der Offenheit auf die Kirche aus.

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Pope Francis‘ Sham Apology to LGBTQ Community: Why Being Sorry Doesn’t Cut It

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Say what you will about Pope Francis, the guy sure does know how to work the media. Take, for instance, his remark on Monday that the church owes gay people an apology. It’s just the kind of vague, feel-good rhetoric at which the pope excels, leading the media to present him as a liberal, and progressives to embrace him as one of their own.

By Adele M. Stan | AlterNet

Except he’s not. He can apologize all he wants; it does nothing to to change church teaching on queer folk that describe us as “objectively disordered” and practitioners of a kind of love that is “intrinsically evil.” He’s made it clear he does not accept same-sex marriage as legitimate. He’s yet to censure individual bishops, such as Cardinal Nicolas de Jesus López Rodriguez, who referred to the U.S. ambassador to the Dominican Republic as a faggot, or others in his charge who wage jihad against gays.

During a visit to Uganda, he had nothing to say about that nation’s proposed legislation that carries a penalty of life imprisonment for the crime of being non-heterosexual. We’re still waiting for him to condemn the firings of gay and lesbian teachers at Catholic schools for exercising their constitutional right to marriage. He’s stood by as the United States Conference of Catholic Bishops wages a bogus “religious liberty” campaign aimed at depriving LGBT people and women of all sexual orientation of their rights. In short, the pope’s professed contrition is a sham.

The topic of the church’s anti-LGBT history came up at a press availability on the papal plane, during which a reporter asked for the pope’s response to remarks by Cardinal Reinhold Marx, one of the pope’s advisers, who told a conference in Ireland: “The history of homosexuals in our societies is very bad because we’ve done a lot to marginalize [them].”

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Weltkirchenrat dringt auf Ende der israelischen Besetzung

Schweden, Freiheit für Palästina, Bild: BB
Schweden, Freiheit für Palästina, Bild: BB
Der Weltkirchenrat will sich für eine gewaltfreie Beendigung der israelischen Besetzung der Palästinensergebiete starkmachen. Dabei könnten auch wirtschaftliche Mittel eingesetzt werden, erklärte der Zentralausschuss des ökumenischen Dachverbandes zum Ende seiner Sitzung in Trondheim.

evangelisch.de

Um einen dauerhaften Frieden zwischen Israelis und Palästinensern zu erreichen, müsse vor allem der Dialog gefördert werden. Der Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) erinnerte daran, dass sich 2017 der Beginn der Okkupation zum 50. Mal jähre. Eine internationale ökumenische Konferenz im Jahr 2017 solle sich für eine dauerhafte politische Lösung des Konflikts einsetzen. Auch sollten sich die Mitgliedskirchen für eine weitere Präsenz der Christen im Nahen Osten starkmachen.

Das Heilige Land sei die Wiege des Christentums, heißt es in der Erklärung. Ferner beschloss der Zentralausschuss, dass die Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland, Petra Bosse-Huber, Mitglied im Exekutivkomitee bleiben wird. Insgesamt seien elf neue Mitglieder in das Exekutivkomitee gewählt worden, das die strategische Ausrichtung und die Programmarbeit des ÖRK überwacht und das Budget verabschiedet. Die Amtszeit der insgesamt 24 Mitglieder dauert etwa vier Jahre.

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60 Percent of Some Antarctic Penguin Colonies Could Decline by 2100, Study Says

Image: Megan Cimino
Climate change is pushing Antarctica’s penguins to the brink.
More than half of the current colonies of Adélie penguin, a species that’s found across the Antarctic mainland, could be in decline by the year 2100, says a new study, suggesting a future for Antarctica that looks much different than today.

Von Kate Lunau | MOTHERBOARD

But there’s also good news. The research, which was published Wednesday in Scientific Reports, notes that some parts of Antarctica that could function as a “refuge” for Adélie penguins (which are smaller than Emperors, the other „true“ Antarctic penguin species) to the year 2100 and beyond, suggesting that, in at least some parts of the continent, these aquatic, flightless birds will survive.

“This is a remote sensing study,” explained lead author Megan Cimino, who recently wrapped up her doctoral degree at the University of Delaware, and is now based at Scripps Institute of Oceanography in San Diego. Using satellite data and global climate model projections, she told me, “we looked at how climate change can affect the Adélie penguin: how it has in the past, and how it might in the future.”

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