Bundeswehr probt dieses Jahr Einsatz im Innern

Als Folge der Anschläge in Deutschland wird die Bundeswehr bis Ende 2016 den Einsatz im Innern trainieren. Laut „Rheinischer Post“ geht es um Objektschutz, Bewachung, Transport- und Sanitätsleistungen. Quelle: Die Welt
Nach den Angriffen in Deutschland wird die Bundeswehr bis Ende 2016 den Einsatz im Innern trainieren. Besonders ein Aspekt steht bei der Übung im Fokus. In der Koalition droht ein neuer Streit.
 

DIE WELT

Die Bundeswehr soll bereits in den nächsten Monaten ihren Einsatz im Innern proben. „Noch in diesem Jahr sollte es eine erste Stabsübung geben, bei der die Bundeswehr in die Terrorabwehr eingebunden wird und wir Erfahrungen damit sammeln können“, sagte der Chef der Innenministerkonferenz (IMK), Klaus Bouillon (CDU), der „Rheinischen Post„. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) kündigte weitere Sicherheitsmaßnahmen an.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass es eine Übung geben solle, um „gemeinsames Handeln“ mit der Polizei zu üben. Für den Spätsommer sei auf politischer Ebene ein vorbereitendes Treffen geplant, bei dem „das Wo und Wie einer solchen Übung“ besprochen werden solle.

weiterlesen

Advertisements

Türkei fordert Visumfreiheit bis Oktober

erdogan-sultan

Der Flüchtlingsdeal mit der Türkei könnte platzen: Außenminister Mevlüt Cavusoglu fordert von der EU bis Oktober Visafreiheit für die Einreise nach Europa.
 

SpON

Der Streit um eine Visafreiheit für Türken bei Einreise in die EU geht in die nächste Runde. Die Türkei verlangt von der EU bis spätestens Oktober die zugesagte Visumfreiheit für ihre Bürger. Andernfalls will die islamisch-konservative Regierung das Flüchtlingsabkommen mit der Europäischen Union aufkündigen.

„Wenn es nicht zu einer Visaliberalisierung kommt, werden wir gezwungen sein, vom Rücknahmeabkommen und der Vereinbarung vom 18. März Abstand zu nehmen“, sagt Außenminister Mevlüt Cavusoglu in der Montagsausgabe der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Cavusoglu und seine Regierung fordern einen konkreten Termin: „Es kann Anfang oder Mitte Oktober sein – aber wir erwarten ein festes Datum.“

weiterlesen

Was hat Philosophie mit Gott zu tun?

Die evangelisch-lutherische Kirche St. Jakobi in der Lübecker Altstadt (imago / Ilva Vadone)
Wir starten eine kleine Gesprächsreihe zum Verhältnis von Philosophie und Gott. Es geht etwa um den Humanismus, der radikal mit der Theologie brechen will, und um philosophische Traditionen der „rationalen Theologie“.

Moderation: Katharina Borchardt | Deutschlandradio Kultur

Die Philosophie, der Glaube und Gott – so heißt unsere neue Gesprächsreihe in Sein und Streit. Als ersten Gast befragen wir Frank Griffel. Er ist Historiker und Islamwissenschaftler und erläutert, warum der Islam keine Aufklärung erlebt hat und warum er diese auch gar nicht gebraucht hat.

Außerdem in der Sendung:

Kleine Leute, große Fragen: Gibt es unsterbliche Wesen? Das fragte Andi Hörmann in dieser Woche junge Philosophen.

In den vergangenen Wochen stand Wikileaks wieder verstärkt auf dem Plan: Die Plattform veröffentlichte knapp 300.000 E-Mails der türkischen Regierungspartei AKP und rund 20.000 interne Mails der Demokraten in den USA.

weiterlesen

Nordfrankreich: Muslime verweigern Beisetzung von Kirchenattentäter

Deutliches Signal der muslimischen Gemeinde: Kein islamischer Geistlicher wird der Beisetzung des Attentäters beiwohnen, der in einer Kirche einen Priester ermordet hatte.

SpON

Die muslimische Gemeinde von Saint-Etienne-du-Rouvray hat das Kirchenattentat von Saint-Etienne-du-Rouvray scharf verurteilt und unterstreicht dies zusätzlich durch eine neue Ankündigung. Der Vorsitzende des Rats der Muslime in der Normandie, Mohammed Karabila, sagte laut dem US-Sender CNN, dass weder er noch der örtliche Imam an der Beerdigung des Attentäters Adel Kermiche teilnehmen würden.

weiterlesen

Ehemaliger deutscher NPD-Politiker aus Dresden zum Islam konvertiert

Screenshot | Bild.de. Islamische-Zeitung.de
Der Dresdner Werner Klawun hat sich gewandelt. Der ehemalige Lehrer war bis 2009 für die NPD im Stadtrat. Mittlerweile hat er den Islam angenommen und engagiert sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe.

Islamische Zeitung.de

„Das mit der NPD habe ich aus Frust gemacht. Die Rechten waren die Einzigen, die mich nahmen“, erklärte Klawun der „Bild“-Zeitung. Als er Fraktionschef der Partei wurde, übermittelte er dem Verfassungsschutz als V-Mann Informationen. Sein damaliger Wechsel von der Bürgerfraktion in die NPD hatte der Partei im Desdner Stadt-Rat Fraktions-Status verschafft.

Während des Wahlkampfes 2009 und der Niederlage in der Kommunalwahl habe er sich vom Extremismus und Rassismus abgewendet. „Ich habe Goethes Werk ‚West-östlicher Divan‘ und den Qur’an studiert und bin danach konvertiert “, sagte der ehemalige Lehrer für Deutsch und Russisch der „Bild“. Mittlerweile höre er auf den Namen Ibrahim.

weiterlesen

Bundesweites Meldesystem für antisemitische Übergriffe geplant

Mit einem bundesweiten Meldesystem könnten antisemitische Übergriffe in Zukunft efektiver geahndet werden. Der Zentralrat der Juden begrüßt die mögliche Einführung eines solchen Systems. Antisemitismus habe „deutlich“ zugenommen, heißt es von der Organisation.

domradio.de

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, befürwortet Pläne zur Einführung eines bundesweiten Meldesystems für antisemitische Übergriffe. Die bislang auf Berlin konzentrierte „Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus“ (Rias) will ihre Arbeit auf andere Bundesländer ausdehnen. Das berichtet der „Spiegel“ (Samstag) in seiner aktuellen Ausgabe. Die Ergebnisse der Recherchestelle zeigten, „wie wichtig es ist, Opfern von antisemitischen Vorfällen eine unbürokratische Meldemöglichkeit zu geben“, sagte Schuster dem Magazin.

Der alltägliche Antisemitismus habe in den vergangenen Jahren bedauerlicherweise deutlich zugenommen, so Schuster. „Der Zentralrat der Juden würde eine bundesweite Ausdehnung von Rias begrüßen.“ Nach Worten des religionspolitischen Sprechers der Grünen im Bundestag, Volker Beck, belegen die Rias-Zahlen, „wie gering das Vertrauen der Opferzeugen in die Polizei und wie notwendig eine unabhängige, zivilgesellschaftliche Erfassung antisemitischer Taten ist.“

„Deutschland darf nicht in Krisengebiete abschieben“

difabio.jpg
Ex-Verfassungsrichter Di Fabio. Themenbild.
Ex-Verfassungsrichter Udo di Fabio hält es für unzulässig, Flüchtlinge in Krisenregionen zurückzubringen – auch wenn sie sich radikalisiert haben. Deutschland sei an die Genfer Konvention gebunden.

DIE WELT

In der Debatte, ob radikalisierte Flüchtlinge notfalls auch in Krisengebiete abgeschoben werden sollten, meldet sich nun auch der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht, Udo di Fabio, zu Wort.

In einem Gespräch mit der „Welt am Sonntag“ betont di Fabio, dass es rechtlich kaum möglich sei, Flüchtlinge zurück in Krisenregionen zu bringen. Deutschland sei an die Genfer Flüchtlingskonvention gebunden und dürfe Menschen nicht in Regionen abschieben, „in denen Gefahr für Leib und Leben droht“.

weiterlesen

Wikileaks tiefer Fall: Antisemitismus, Terrorclips, Doxxing

foto: flickr.com/wikileakstruck (CC-Lizenz) Wikileaks ist überall - und da lesen die Behörden natürlich gerne mit.
foto: flickr.com/wikileakstruck (CC-Lizenz)
Wikileaks ist überall – und da lesen die Behörden natürlich gerne mit.
Die Plattform verliert immer weiter an Zustimmung, auch weil es zusehends um die Person Julian Assange geht
 

Von Fabian Schmid | derStandard.at

In den vergangenen zwei Wochen durfte sich die Enthüllungsplattform Wikileaks über eine starke Präsenz in den Medien freuen. Die Plattform publizierte interne E-Mails der US-Demokraten und der türkischen Regierungspartei AKP, die auf breites Echo in sozialen Medien stießen. Doch beide Enthüllungen hatten einen Haken: Die E-Mails der AKP waren inhaltlich banal, enthielten jedoch Links auf Wählerverzeichnisse mit heiklen Daten von Bürgern. Wikileaks hatte so effektiv Millionen Türken „gedoxxt“, wie der Fachausdruck für den Verrat persönlicher Informationen im Netz heißt. Das führte etwa zu einer wütenden Anklage der Forscherin und Kolumnistin Zeynep Tufekci, die Wikileaks gar vorwarf, „Türkinnen in Gefahr zu bringen„.

Auch bei der zweiten großen Publikation, dem Veröffentlichen von zigtausenden E-Mails der US-Demokraten, gab es heftige Kritik. So wird Wikileaks vorgeworfen, die E-Mails vom russischen Geheimdienst erhalten zu haben und so ein ausländisches Regime den US-Wahlkampf beeinflussen zu lassen. Tatsächlich hatte Wikileaks-Gründer Assange in Interviews angekündigt, der Kampagne von Kandidatin Hillary Clinton schaden zu wollen. Das führte sogar dazu, dass der republikanische Kandidat Donald Trump Russland aufforderte, mehr E-Mails von Clinton ins Netz zu stellen.

weiterlesen

Faktor Religion

Ein Schild mit der Aufschrift „Meinen Hass kriegt ihr nicht“ steht in der Altstadt von Ansbach.Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Der Psychologe Uslucan relativiert den Zusammenhang von Glauben und Gewalt. Die Religion werde überschätzt, argumentiert er.
 

Von Dagmar Dehmer | DER TAGESSPIEGEL

Vier Gewalttaten haben Deutschland zuletzt bewegt. Die Täter verbindet wenig. Nur eines scheint für alle klar zu sein: Der Axt-Attentäter von Würzburg, der Amokläufer in München, der Messerstecher von Reutlingen und der Attentäter von Ansbach haben alle einen Migrationshintergrund. Dass sich der Münchener Amokläufer als „Deutscher“ bezeichnet hat und sich als „Arier“ fühlte, spielt in der Diskussion über die Anschläge kaum eine Rolle. Deshalb wünscht sich der Vorsitzende des Sachverständigenrats deutscher Sitftungen für Integration und Migration, Professor Haci Halil Uslucan, eine „sachliche Debatte“ über Gewalttaten und die Zugehörigkeit möglicher Täter zu Migrantengruppen. Ein „nüchterner Diskurs“ wäre auch für die Prävention hilfreicher, sagte er dem Tagesspiegel.

weiterlesen

Schwaetzer warnt vor Stimmungsmache bei Volksabstimmungen

Dr. Irmgard Schwaetzer. Bild: EKD

Es sei ein bekanntes Prinzip, dass „Demagogen reale oder auch nur gefühlte Ungerechtigkeiten und Abstiegsängste von Menschen in Wut und Hass auf Minderheiten verwandeln“. Die Diskussion über die Flüchtlingspolitik in Deutschland vergleicht die Bundesministerin a.D. mit „ähnlich aufgeheizten Stimmungen in der Weimarer Demokratie“.

 

evangelisch.de

Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Irmgard Schwaetzer, warnt vor gefährlicher Stimmungsmache bei Volksabstimmungen. In einem Beitrag der früheren Bundesministerin für das evangelische Monatsmagazin „chrismon“ (August-Ausgabe) fragt sie: „Sind Volksabstimmungen über sehr kontroverse Fragen überhaupt möglich, ohne dass es zum Missbrauch von Emotionen kommt?“ Der Schutz der Schwachen werde „am besten in einer rechtsstaatlich funktionierenden Demokratie garantiert, in der gewählte Abgeordnete sich im Parlament über den besten Weg streiten“, unterstreicht die frühere FDP-Politikerin.

weiterlesen

Live-Zuschaltung von Erdogan gerichtlich untersagt

BVerfG Verhandlung 1989 (CC-by-sa/3.0/de from Dt. Bundesachiv)
BVerfG Verhandlung 1989 (CC-by-sa/3.0/de from Dt. Bundesachiv)
Die endgültige Entscheidung ist gefallen: Auf der Pro-Erdogan-Demonstration in Köln dürfen keine Politiker aus der Türkei live zugeschaltet werden. Das entschied das Bundesverfassungsgericht.
 

DIE WELT

Auf der Pro-Erdogan-Demonstration in Köln dürfen keine Politiker aus der Türkei wie Präsident Recep Tayyip Erdogan live auf einer Großleinwand zugeschaltet werden. Das hat das Bundesverfassungsgericht am Samstagabend einstimmig beschlossen.

Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung wurde aus formalen Gründen abgelehnt. Die Vollmacht der Rechtsvertreter der Veranstalter entspreche nicht den gesetzlichen Erfordernissen, hieß es.

weiterlesen

Fordert DITIB Namenslisten von Gülen-Anhängern in Deutschland?

ditib

Auch die Aktivitäten Erdogan-naher Islam-Gruppen in Deutschland werden inzwischen argwöhnisch beobachtet. Scharfe Kritik äußerte etwa der CDU-Außenpolitiker Kiesewetter am deutschen Islamverband Ditib, der direkt der türkischen Religionsbehörde untersteht.

Handelsblatt

Ditib fordere in Deutschland die Türken auf, Namenslisten von angeblichen Gülen-Anhängern zu übermitteln. „Das ist untragbar und muss durch rechtsstaatliche Mittel unterbunden werden“, sagte der CDU-Politiker.

Der CDU-Politiker Wellmann erklärte, die deutschen Sicherheitsbehörden prüften inzwischen „routinemäßig und von Amts wegen, ob die Tätigkeit von Vereinen und sonstigen Einrichtungen, egal ob sie von Deutschen oder Ausländern betrieben werden, mit den Grundsätzen unserer Verfassung in Einklang stehen“. Sei das nicht der Fall, werde dagegen vorgegangen, wie gerade in Niedersachsen. „Es bedarf insoweit nicht der Nachhilfe von Regimen, die es mit europäischen rechtlichen Standards nicht so ernst nehmen“, sagte Wellmann.

weiterlesen

Er wollte noch mit seinen Mördern reden

© dpa Bleibendes Vermächtnis: Bis zum Schluss setzte sich Jacques Hamel für ein friedliches Miteinander ein.
Es herrscht Angst, Wut und Trauer in Frankreich: Der von Islamisten getötete französische Priester forderte mehr Menschlichkeit – und wurde Opfer von blindem Hass. Doch wer war Jacques Hamel?
 

Von Martin Franke | Frankfurter Allgemeine

Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte Jacques Hamel wohl nie aufgehört. Der katholische Priester aus der Normandie, weit im Norden Frankreichs, war mit 86 Jahren immer noch im Dienst. Längst hätte er den Ruhestand genießen können – doch das wollte er nicht. Stattdessen hat er Kinder getauft, Messen gelesen und sich um die Menschen in seiner Gemeinde gekümmert.

Jetzt ist er tot, umgebracht durch den blinden Hass selbsternannter IS-Kämpfer. Am Dienstagmorgen stürmten zwei mit Messern bewaffnete Teenager, beide 19 Jahre alt, die Kirche im historischen Ortskern von Saint-Étienne-du-Rouvray. Fünf Gläubige waren im Gottesdienst. Sie mussten zusehen, wie die Attentäter den Priester in die Knie zwangen und ihm die Kehle durchschnitten.

weiterlesen

Europa ist der Wahnsinn, Europa ist der Mord

An der Klagemauer, hundert Jahre später. Szene aus Jerusalem im Juli 2016.Foto: dpa/Abir Sultan
Erstveröffentlichung in der Ursprungssprache Deutsch: Mosche Ya’akov Ben-Gavriêl erinnert an Jerusalem zur Zeit des Ersten Weltkriegs.

Von Rolf Brockschmidt | DER TAGESSPIEGEL

m Vorspann zu seinem Tatsachenroman „Jerusalem wird verkauft oder Gold auf der Straße“ über die Zeit um den Ersten Weltkrieg schreibt Mosche Ya’akov Ben-Gavriêl: „Deutsche, Österreicher und Türken führten hier bis zum Einzug Allenbys einen Krieg nicht um eine Idee, nicht von Mann gegen Mann, sondern einen Kampf um die höchsten Goldkurse, gegen eine Bevölkerung, die infolge dieses Krieges der militärischen Spekulanten in unvorstellbarer Weise hungerte.“

Ben-Gavriêl (1891–1965), ein in der Bundesrepublik der fünfziger Jahre gern gelesener und dann vergessener Autor aus Israel, hieß eigentlich Eugen Hoeflich. Er diente als österreichischer Soldat im Ersten Weltkrieg, ein für ihn prägendes Erlebnis. Nach Einsätzen an der Ostfront und einer schweren Verwundung wurde er 1917 zur österreichisch-ungarischen Armee nach Jerusalem abgeordnet, wo er das Kommando über das im Kloster Ratisbonne zu groß geratene Lazarett für die Gazafront übernahm.

weiterlesen

Viele Länder noch unentschieden über Wohnortzwang für Flüchtlinge

In sieben Ländern gibt es noch keine Entscheidung darüber, ob den Schutzsuchenden zur Vermeidung von Ghettobildung ein Wohnsitz vorgeschrieben werden soll. Das hat eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) ergeben. Erst drei Bundesländer sind entschieden, den Wohnortzwang anzuwenden.

evangelisch.de

Die Umsetzung einer konkreten Wohnortzuweisung für anerkannte Flüchtlinge ist in vielen Bundesländern noch völlig offen. Wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) ergab, gibt es in sieben Ländern noch keine Entscheidung darüber, ob den Schutzsuchenden zur Vermeidung von Ghettobildung ein Wohnsitz vorgeschrieben werden soll. In den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen hat die Möglichkeit kaum Relevanz. Erst drei Bundesländer sind entschieden, den Wohnortzwang anzuwenden.

Rheinland-Pfalz ist bislang das einzige Flächenland, das eine Umsetzung der Regelung ausschließt. Die Landesregierung sehe derzeit keine Notwendigkeit dafür, teilte das Mainzer Integrationsministerium mit. Man behalte die Entwicklung aber im Auge und sei im Austausch mit den Kommunen. Die hatten vor allem auf die Regelung gedrungen.

weiterlesen

Attentate in den Medien: Bilderverbot

© dpa Sein Porträt ging um die Welt: Mohammed Atta, der mutmaßliche Attentäter auf das World Trade Center
Einige Medien zeigen keine Bilder mehr von Attentätern, um ihnen keine Macht zu geben. Aber gerade damit verleihen sie den Fotos einen gewissen Nimbus.

Von Kolja Reichert | Frankfurter Allgemeine

Vor seiner Tat verschickte der Massenmörder von Nizza per SMS ein Foto, das er auf dem Fahrersitz des Lkw von sich geschossen hatte: Selbstbewusst blickt er an der Kamera vorbei auf das Handydisplay, den Mittelfinger Richtung Windschutzscheibe gerichtet. Will man das sehen? „Le Monde“ hat sich entschieden, Fotos von Terroristen nicht mehr abzubilden, um nicht dazu beizutragen, „dass Mörder zu Helden werden“. 143.000 Menschen haben eine Petition des Abiturienten Edwyn Letellier an den Vorsitzenden des französischen Fernseh- und Rundfunkrats unterschrieben, die fordert, Namen und Fotos von Terroristen nicht mehr zu verbreiten. Und die für Opferbetreuung zuständige französische Staatssekretärin Juliette Méadel arbeitet an einer Empfehlungsliste, die „die Berufsethik der Journalisten nach den Terroranschlägen neu definieren“ soll.

weiterlesen

Vor Kölner Pro-Erdogan-Demo wächst Kritik an der Türkei

erdogan-sultan

Bis zu 30.000 Teilnehmer erwartet die Polizei bei der Pro-Erdogan-Demo in Köln. Mehrere rechte Gegendemos sind angemeldet. 2.300 Beamte werden den Angaben zufolge im Einsatz sein.

evangelisch.de

Vor der geplanten Großdemo von Erdogan-Anhängern an diesem Sonntag in Köln wachsen Sorgen vor einer Eskalation der Gewalt und Kritik an der türkischen Regierung. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon (CDU), sagte, das Vorgehen des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan sei „ein Anschlag auf unser westliches Demokratieverständnis“. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und die Türkische Gemeinde in Deutschland riefen vor den Protesten zur Mäßigung auf. Die türkische Generalkonsulin Sule Gürel sicherte einen friedlichen Verlauf zu.

Der saarländische Innenminister Bouillon sagte der „Bild“-Zeitung (Samstagsausgabe) in Berlin, es sei „nicht hinnehmbar, dass Erdogan innenpolitische Konflikte nach Deutschland trägt und dadurch versucht unser Land zum verlängerten Arm seiner Machtpolitik zu instrumentalisieren“. Er fürchte, dass es bei den Demonstrationen und Gegendemonstrationen zu Gewalt mehrerer Parteien kommen könnte. Dies dürfe nicht passieren und schon gar nicht einreißen, sagte der CDU-Politiker.

weiterlesen

Nicht-Integrierte rufen Bundesverfassungsgericht an

Schals mit dem Konterfei des türkischen Präsidenten ErdoganFoto: AFP/Adem Altan
In Köln werden am Sonntag Zehntausende Anhänger und Gegner des türkischen Präsidenten erwartet. Mit der Demonstration beschäftigen sich Richter und Polizei.
 

DER TAGESSPIEGEL

Der Anmelder der Pro-Erdogan-Demonstration am Sonntag in Köln hat das Bundesverfassungsgericht eingeschaltet. Dabei geht es offenbar darum, doch noch Politiker aus der Türkei per Video zuschalten zu können. Ein Sprecher des Karlsruher Gerichts bestätigte am Samstag, es sei ein Antrag in Bezug auf die am Sonntag in Köln geplante Versammlung eingegangen. Darüber hatte das ZDF zuerst berichtet.

Zuvor hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Nordrhein-Westfalen entschieden, dass keine Politiker aus der Türkei bei der Demonstration auf eine Großleinwand zugeschaltet werden dürfen.

weiterlesen

Bulldogs Are Genetic Monstrosities, DNA Study Finds

A bulldog named "Roscoe" who is probably lovely. Image: Flickr/Jim Pennucci
A bulldog named „Roscoe“ who is probably lovely. Image: Flickr/Jim Pennucci
When it comes to dogs, few sights are sadder than a tired bulldog, gasping for precious oxygen. You’ve probably seen one—its watery eyes drooping under folds of skin, while stubby little legs buckle under the weight of its body.

By Sarah Emerson | MOTHERBOARD

Bulldogs are abominations of nature, and it’s definitely our fault.

A new study shows just how deeply we’ve warped this canine’s genetic makeup. Purebred English bulldogs will never be healthy, thanks to generations of calculated inbreeding in pursuit of “ideal” characteristics. The paper’s findings, which were published today in Canine Genetics and Epidemiology, mark the first time the breed’s diversity has ever been investigated on a DNA level, rather than by pedigree.

“Just as it took decades, and maybe centuries, to breed the bulldog to its present form, it may take a very long time to reverse what has been done. English bulldogs have lost so much genetic diversity, and the bad traits have become so universal to the breed, that either such positive traits no longer exist, or that they exist in a very small proportion,” lead author Niels Pedersen, a professor at the UC Davis School of Veterinary Medicine’s Center for Companion Animal Health, told me.

read more

Türkei schließt Fruchtbarkeitsklinik – wegen Terrorverdachts

AKP

Der türkische Staat hat eine Klinik für Paare mit Kinderwunsch dicht gemacht. Der Leiter soll Gülen-Anhänger sein. 77 Mitarbeiter sind nun arbeitslos – und Tausende Patientenakten mit persönlichen Details verschwunden.

Von Hasnain Kazim | SpON

Doktor Aret Kamar, Experte für Fertilitätsmedizin, muss hilflos zuschauen, als am Samstagmorgen, 23. Juli, der türkische Staat plötzlich sein Lebenswerk zerstört.

Gut eine Woche nach dem gescheiterten Militärputsch tauchten Mitarbeiter des Gesundheitsamts, der Stadtverwaltung und des Finanzamts in seiner Fruchtbarkeitsklinik in Istanbul auf und erklärten ihm, dass der Betrieb ab sofort eingestellt sei und die Klinik geschlossen werde.

Kamar, Jahrgang 1967, betreibt in Istanbul eine Fruchtbarkeitsklinik, in die Paare aus der ganzen Welt kommen. Es ist ein Haus mit gutem Ruf. Nach dem Umsturzversuch war die Lage angespannt in Istanbul, auch in der Gegend um die Klinik, die nicht allzu weit vom Taksim-Platz entfernt ist.

weiterlesen