SPD will „Wiederkäuerbestände“ abbauen und Fleischkonsum halbieren


„Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“ – so warb die CMA in den 1970er Jahren.
Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) wurde ein 67-seitiger “ Klimaschutzplan 2050″ zugespielt, in dem die SPD-geführten Ministerressorts Umwelt und Wirtschaft darlegen, wie sie sich die Zukunft bis 2050 vorstellen. Die in diesem Papier gesammelten „klimaschutzpolitische Grundsätze und Ziele“ sollen aber nicht nur für die Sozialdemokraten gelten, sondern für die gesamte Bundesregierung – wenn das Kanzleramt, wo das Papier derzeit geprüft wird, zustimmt.

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Der aufmerksamkeitstauglichste Punkt in diesem Papier ist das Ziel, den Fleischkonsum der Bürger in den nächsten 34 Jahren mindestens um die Hälfte zu verringern. Wie das konkret geschehen soll, bleibt offen – an anderer Stelle wird jedoch auf Steuern als Instrument zum Erreichen der Planziele verwiesen. „Anreiz- und Lenkungswirkungen bestehender Abgaben, Umlagen und Steuern“ will man dafür schon bis Mitte 2017 überprüfen.

Als die Grünen 2013 mit einem wöchentlichen Veggie-Day in Kantinen „ausprobieren“ wollten, „wie wir uns mal ohne Fleisch und Wurst ernähren“, verschlechterten sich die Umfragewerte der Ökopartei bei INSA innerhalb eines Monats von 15 auf acht Prozent (vgl. Grüne wollen „Billigwerbung“ und Fleisch-Sonderangebote verbieten). Bei der Bundestagswahl kam sie am 22. September 2013 dann trotz Fukushima-Effekt auf lediglich 8,4 Prozent – 3,2 Punkte weniger als 2009. Für Fragen dazu, welche Erwartungen die SPD mit ihrer Fleischkonsumhalbierungsforderung bezüglich der Wahlergebnisse hegt, war gestern in der Parteizentrale niemand erreichbar.

Als Begründung für den Verzichtsplan nennt das Papier den Kohlendioxid- und Methanausstoß von Wiederkäuern, deren Bestand für den Klimaschutz „abgebaut“ werden soll, indem man keine Genehmigungen mehr für den Bau neuer Kuhställe erteilt. Milchprodukte und Käse dürften dadurch teurer werden. Den Bestand an landwirtschaftlichen Ökobetrieben will man dagegen schon innerhalb der nächsten 14 Jahre verdreifachen.

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