Herero und Nama – Deutschlands erster Völkermord


Vor dem Abmarsch in den Kampf gegen die aufständischen Hereros in Deutsch-Südwestafrika wird die 2. Marine-Feldkompanie eingesegnet. (Archivfoto von 1904). In der Schlacht am Waterberg und während der darauf folgenden Vertreibung in die Omaheke-Wüste waren 1904 rund zwei Drittel des Herero-Volkes gestorben. (Foto: dpa)
Der Bundestag überzog die Türkei mit einer Armenien-Resolution. Aber wenn es um die grausamen Verbrechen im heutigen Namibia geht, eiert Berlin herum.

Von Joachim Käppner | Süddeutsche.de

Es war einer der ersten Völkermorde eines Jahrhunderts, das zu einem Jahrhundert der Genozide und des Zivilisationsbruchs werden sollte – bis hin zum Holocaust, dem ersten Versuch eines modernen Staates, ein Volk bis zum letzten Kind auszulöschen.

Das Denken, das dorthin führte, ein Weltbild aus rassistischen Feindbildern und Vernichtungsfantasien, zeichnete sich schon mehr als schemenhaft ab in jener Order des Befehlshabers Lothar von Trotha von 1904: „Innerhalb der deutschen Grenze wird jeder Herero mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen. Ich nehme keine Weiber und Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volk zurück oder lasse auf sie schießen.“

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