Nach mir die Sintflut: Noahs Arche in Kentucky


Image: Facebook/Ark_Encounter
Image: Facebook/Ark_Encounter
Um vor den Freveln der Welt zu warnen, baut ein konservativer Millionär eine neue Arche Noah. Dinosaurier sind diesmal willkommen, Schwule eher nicht.

Von Michael Haas | Süddeutsche.de

Mitten in den Wäldern von Nord-Kentucky, tausend Kilometer vom Meer entfernt, erhebt sich plötzlich ein Schiffsrumpf aus Tannenholz, und was für einer: 7 Stockwerke hoch, 152 Meter lang, das größte freistehende Holzbauwerk der Welt. Darin könnte Deutschland gegen Italien spielen. Da würde das Weiße Haus zweimal reinpassen. Oder man kann damit die ganze Menschheit retten.

Diese Arche Noah ist ein Projekt von wahrhaft biblischen Ausmaßen. Sie hat knapp 100 Millionen Euro gekostet, soll Millionen von Besuchern anlocken und wird nächste Woche vom Stapel laufen, jedenfalls metaphorisch gesprochen: Dann eröffnet Ken Ham sein »Ark Encounter« in der Nähe von Williamstown. »Wir bauen die Arche nicht als Entertainment«, predigte der grauhaarige Arche-Kapitän der New York Times. «Ich meine, es ist nicht wie Disney oder Universal, nur dazu da, dass Leute sich amüsieren. Es hat eine religiöse Bedeutung. Wir sind Christen und wollen die christliche Botschaft verbreiten.«

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