Chilcot-Bericht: Blair zu Bush: „Ich stehe an deiner Seite, was auch immer geschieht“


Tony Blair beim Staatsbesuch in Washington mit George Bush im April 2004 (Foto: dpa)
  • Nach sieben Jahren liegt der Untersuchungsbericht zur Rolle des früheren britischen Premiers Tony Blair im Irakkrieg 2003 vor.
  • Wie der Vorsitzende der Untersuchungskommission, John Chilcot, berichtet, hatte Großbritannien damals nicht alle Möglichkeiten einer friedlichen Lösung ausgeschöpft.
  • Blair sieht sich durch den Bericht entlastet: „Dieser Bericht sollte Vorwürfe der Böswilligkeit, Lügen oder Täuschung endgültig ausräumen.“

Von Markus C. Schulte von Drach | Süddeutsche.de

Die britische Entscheidung für den Irakkrieg war voreilig. Das geht aus dem Bericht des Diplomaten John Chilcot hervor, der die Rolle des früheren Premiers Tony Blair vor dem Irakkrieg 2003 untersucht hat. „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass Großbritanniens Entscheidung, sich an der Invasion des Irak zu beteiligen, fiel, bevor die friedlichen Möglichkeiten der Entwaffnung ausgeschöpft waren“, sagte Chilcot. „Militärisches Eingreifen war zu dieser Zeit noch nicht die letzte Möglichkeit.“

Die Angaben der Geheimdienste über angebliche Massenvernichtungswaffen der Iraker hätten in Frage gestellt werden müssen. Blair aber hatte sie selbst als beweiskräftiger dargestellt, als gerechtfertigt gewesen sei. Die Konsequenzen der Invasion wurden dann – trotz klarer Warnungen – unterschätzt.

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