Keine Schläfenlocken: Juden fordern Überarbeitung von Schulbüchern


Ein Kind mit der jüdischen Kopfbedeckung Kippa © James Emery auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Männer mit Locken an den Schläfen? Solche Darstellungen vermitteln nach Ansicht des Zentralratspräsidenten Schuster ein falsches Bild von Juden in Deutschland. Entsprechende Schulbücher gehören auf den Prüfstand, finden auch die Kultusminister.
 

MiGAZIN

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, dringt auf eine Überarbeitung deutscher Schulbücher, um die jüdische Religion und Lebensweise realistisch darzustellen. „Wenn man sieht, mit welchen Bildern das Judentum in deutschen Schulbüchern vermittelt wird, muss man sagen: So stellt sich das Judentum nicht dar“, sagte Schuster: „Natürlich gibt es Juden mit Schläfenlocken, aber die findet man nicht in Deutschland.“

„Es gibt leider eine ganze Menge an Unwissenheit, Falsch- und Pseudoerkenntnissen über das Judentum, die sich als Vorurteile seit der Nazizeit bis heute erhalten haben“, sagte Schuster der Heilbronner Stimme. Auch die Schulen trügen Verantwortung. Die Kultusministerkonferenz habe mit dem Zentralrat der Juden ein Projekt angestoßen, um eine pädagogisch sinnvolle Vermittlung des Judentums in den Schulen zu erreichen.

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1 Comment

  1. Die Behauptung, in Deutschland würden keine Juden mit Schläfenlocken leben, entspricht nicht der Wahrheit: In Berlin kann man sehr wohl fromme jüdische Männer sehen, die eine solche Haartracht tragen (und ihre Frauen übrigens oft mit Kopftüchern).

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