Religionsrecht: „Vielfalt ist immer Zumutung“


Für Heinig ist das deutsche Modell des Umgangs mit religiöser Vielfalt das „tragfähigste“. (dpa / picture alliance / Frank Rumpenhorst)
Der Jurist Hans Michael Heinig lobt das deutsche Religionsrecht: Es behandelt alle Religionen gleich gut und bevorzugt keine, sagt er im DLF. Die deutsche Gesellschaft müsse sich auch daran gewöhnen, dass Mehr-Ehen, die im Ausland geschlossen wurden, hier anerkannt werden.
 

Hans Michael Heinig im Gespräch mit Christiane Florin | Deutschlandfunk

Christiane Florin: Ich bin nun verbunden mit Hans Michael Heinig. Er lehrt Öffentliches Recht an der Universität Göttingen. Eines seiner Schwerpunktthemen ist das Religionsrecht, und das ist auch eines der Schwerpunktthemen dieser Sendung in den vergangenen Wochen.  Herr Heinig, wenn Sie so etwas hören wie im Bericht über den Al Quds-Tag, ist das ein Fall fürs Religionsrecht oder fürs Strafrecht?

Hans Michael Heinig: Sowohl als auch. In unserer Rechtsordnung gibt es keinen Sonderrabbat für Religionen, wenn aus Religionskulturen heraus Straftaten begangen werden, Angriffe auf den Staat erfolgen oder Terrorismus unterstützt wird. Aber dieser Beitrag wirft weniger Rechtsfragen als Fragen der politischen Kultur auf. Wenn wir über gelungene Integration in Deutschland sprechen, dann sprechen wir auch darüber, dass jemand eine Geschichte annehmen muss als seine eigene, auch wenn sie ursprünglich nicht zu ihm gehört. Das ist die deutsche Geschichte. Zur deutschen Geschichte und zur deutschen politischen Kultur gehört die besondere Verantwortung für das Existenzrecht Israels.

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