Drei milde Argumente für eine Verschärfung des Sexualstrafrechts


Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)
Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Am 7. Juli wird der Prozess gegen Gina-Lisa Lohfink wegen Falschaussage fortgesetzt. Er ist zum Politikum geworden, weil hier Opferschutz gegen Schutz vor falscher Beschuldigung steht. Den SPD-Ministern Schwesig und Maas dient der Fall als weiterer Beleg für die Notwendigkeit einer Verschärfung des Sexualstrafrechts. Gastautorin Gesine Palmer findet unterstützende Argumente.

Von Gesine Palmer | DIE KOLUMNISTEN

Drei seriöse Einwände gegen die Verschärfung des Sexualstrafrechts

Der Fall sei nicht der richtige, schrieb Dagmar Rosenfeld in der ZEIT vom 23. Juni 2016 über das Verfahren gegen Gina-Lisa Lohfink, man solle gerade ihn nicht als Argument für eine Verschärfung des Sexualstrafrechts heranziehen. Am Montag danach hatte sie wieder Gerichtstermin wegen vermuteter Falschaussage im Falle der von ihr gegen zwei Männer erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe, es wurde überall berichtet, die Beziehung auf den Vergewaltigungsparagrafen wurde nie ausgelassen. Ich solle mal bitte abwarten, was die Faktenprüfung ergebe, sagten mir die Kollegen von den „Kolumnisten“, als ich ankündigte, ich würde Lohfink kolumnistisch verteidigen. Es gebe schließlich Gründe für eine vorsichtige, rechtsstaatliche Prüfung aller Details. Wieder wer anders macht sich andere Sorgen: Mit der Verschärfung des Sexualstrafrechts würde die erotische Kultur unseres Landes zugrunde gehen, denn jeder erste Kuss sei eine Grenzüberschreitung und dann bald auch eine potentielle Belästigung. Das sind nur die ersten drei der seriöseren Einwendungen. Über die lauteren Geräusche aus dem Froschteich der selbsternannten Experten für die Unterscheidung von „Huren“ und „seriösen Frauen“, von „geltungssüchtiger, aufmerksamkeitsgieriger C-Prominenz“ und „reifen Frauen, die die sexuelle Selbstbestimmung auch verdienen“ schweige ich hier lieber.

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