Petry und Meuthen: Die AfD dreht rechts


Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)
Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)
Die AfD zeigt ausführlich, was sie am besten kann: Führungsstreit, Intrigen, persönlicher Zank, hin und wieder einen Nationalspieler beleidigen. Mehr kann sie nicht.

Von Bernhard Honnigfort | Frankfurter Rundschau

Irrweg. Wenig zielführend. Falsche Entscheidung. Chaos. Fassenacht. Spaltung abgewendet, Spaltung nicht abgewendet. Massive Einmischung. Erhebliche Verletzungen. So klingt es, wenn führende AfD-Politiker gerade über führende AfD-Politiker und die Lage ihrer Partei sprechen. Nicht die „Lügenpresse“, nicht die Konkurrenz von den verachteten „Etablierten“.

Es begann als unbegreifliche Schmierenkomödie um den Stuttgarter AfD-Abgeordneten Wolfgang Gedeon, einen mutmaßlichen Anhänger von spinnerten und antisemitischen Weltverschwörungstheorien, wie man sie auch auf den Pegida-Kundgebungen in Dresden zu hören bekommt. In Nullkommanichts ist daraus die größte Krise der erst 2013 gegründeten Partei geworden. Und zugleich die größte Offenbarung fürs politisch interessierte Publikum. Was auch immer noch passiert: Im Grunde ist es völlig egal, ob die 23-köpfige AfD-Fraktion im Stuttgarter Landtag gespalten ist oder nicht. Ob es demnächst zwei AfD-Fraktionen gibt, von denen die eine die wahre ist, die andere womöglich die noch wahrere. Oder ob es Frauke Petry gelungen sein könnte, den auseinanderfallenden Laden zu kitten, wie sie behauptet, oder auch nicht. Spielt alles keine Rolle.

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