Indien: Das falsche Fleisch im Kühlschrank


Angehörige trauern um Mohammad Akhlaq. (Bild: Manish Swarup / AP)
Im Dorf Bisahda nahe Delhi tötet ein Hindu-Mob einen Muslim, weil dieser Rindfleisch im Kühlschrank hat – angeblich. Politiker schlachten den Fall aus. Das Zusammenleben im Dorf wird schwierig.
 

Von Volker Pabst | Neue Zürcher Zeitung

Gemächlich schiebt sich eine Kuh durch eine Gasse im Zentrum von Bisahda. Wie fast überall in Indien sind auch in dem kleinen Ort knapp 40 Kilometer östlich von Delhi die heiligen Tiere der Hindus im öffentlichen Raum eine Selbstverständlichkeit. Etwas weiter schützt sich ein Kalb im Schatten einer Hauswand vor der unerbittlichen Mittagshitze des nordindischen Sommers. Ein Mann liegt schlafend auf der gewobenen Matte eines Charpai, des traditionellen Betts im Subkontinent. Ob er das Tier beschützen soll, lässt sich nicht sagen. Dass einige im Dorf es in Gefahr sehen, steht aber fest.

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