Reich‘ mir nicht die Hand


Kenza Drider, snapshot brightsblog, Themenbild
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Warum ist sofort von Frauenfeindlichkeit die Rede, wenn sich bestimmte Menschen dazu entschließen – aus welchen Gründen auch immer – nur Menschen des gleichen Geschlechts berühren zu wollen? Ist es Islamophobie? Oder eine nachvollziehbare Reaktion auf die Fremdheit der Welt des Islams? Und wird die je überbrückbar sein?
 

Von Henning Beermann | The European

In letzter Zeit geistern vermehrt aufgeregte Artikel durchs Netz, in denen sich darüber echauffiert wird, dass Muslime dem anderen Geschlecht den Handschlag verweigern. So kam es zum Beispiel zum Eklat, als ein Imam der Rheinland-Pfälzischen CDU-Chefin Julia Klöckner den Handschlag verweigerte, sie deshalb kurzerhand den mit ihm vereinbarten Termin platzen ließ.

Ein Arzt in Gladbach weigerte sich, eine Patientin zu behandeln, nach dem sie ihm den Handschlag verweigerte. Schweizer Muslime werden nunmehr qua Gesetz dazu gezwungen, sich per Handschlag zu begrüßen. Bei Zuwiderhandlung droht Geldstrafe. Eine solche Doktrin gab es zuletzt in der DDR. Ein rückschrittliches Gesetz – oder? Aktuell macht der Fall an einer Berliner Privatschule Schlagzeilen: Ein Lehrer-Eltern-Gespräch eskalierte, da der Mann – ein Imam – der Pädagogin den Handschlag verweigerte und diese daraufhin das Gespräch mit dem Vorwurf der Frauenfeindlichkeit beendete.

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