Mindestens zehn Prozent der Fußballprofis gedopt


© Picture-Alliance Wie sauber ist der Fußball wirklich?
Als junger Profi machte Lotfi El Bousidi harmlose Scherze über Doping im Fußball. Bis sein Körper nach einer Infusion verrückt spielte. Nun stellt seine wissenschaftliche Umfrage unter Spielern in Deutschland das Kontrollsystem in Frage.

Von Ronald Reng | Frankfurter Allgemeine

In seinen jungen Jahren als Fußballprofi war Doping für Lotfi El Bousidi ein guter Witz. Wenn ein angeschlagener Mitspieler in der Reservemannschaft des FSV Mainz 05 dank Medikamenten trotzdem spielte, scherzte nach der Partie gerne jemand in der Umkleidekabine: „Was hat der Doc dir denn gegeben, du warst ja heute ganz anders drauf.“ Und alle lachten.

Es war ein harmloser Scherz. Doping kümmerte sie ganz einfach nicht. Sie waren 19, 20 Jahre alte Jungs. Lotfi El Bousidi spielte mit der Mainzer Reserve in der dritten Liga, ein wacher Geist, feinfühlig am Ball. Marokko, der Heimatstaat seiner Eltern, berief den Mainzer Jungen in die Juniorennationalelf. Als es mit der ganz großen Karriere nicht klappte, nutzte er das Fußballtalent wenigstens für ein Abenteuer und heuerte 2008 beim FC Torrevieja in Spaniens dritter Division an. Einmal hatte er die Grippe, Fieber. Torreviejas Arzt legte ihm eine Infusion. Drei Tage später konnte El Bousidi ein Ligaspiel bestreiten, ohne Schwäche. Fünf Tage später fühlte er sich völlig erschöpft. Da stellte er sich zum ersten Mal Fragen.

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