Frankreich ist angesichts der Terrorgefahr und von Auslandseinsätzen überfordert


Der IS hat der Lastwagen-Anschlag noch nicht für sich reklamiert. Sympathisanten drohen allerdings mit weiteren Anschlägen auf Frankreich und kündigen einmal wieder an, dass sie bald Rom erobern werden. Bild: heise.de
Schon kurz vor dem neuen Anschlag hat Hollande den Abzug französischen Truppen aus Zentralafrika angekündet
 

Von Ralf Streck | TELEPOLIS

Es war kurz nach dem Lastwagen-Anschlag in Nizza gestern auffällig, dass plötzlich an der Grenze von Spanien nach Frankreich die paramilitärische Zivilgarden (Guardia Civil) aufzogen und quasi für die französischen Kollegen die Ausreise aus Spanien und damit die Einreise nach Frankreich kontrolliert haben. Gerade erst am Montag hatten nach der Europameisterschaft die Gendarmen ihre Köfferchen gepackt und auch die Container wieder abgebaut, die in der Grenzregion schon nach den Anschlägen in Paris bis zu den Wahlen die Bevölkerung genervt haben, die sich veräppelt vorkam. Was solche Kontrollen außer massiven Staus bewirken, erschließt sich ohnehin nicht. Es ist aber klar, dass sie Kräfte gebunden haben. Frankreich schwächelt längst und lässt nun offensichtlich Aufgaben zum Teil von Nachbarn erledigen.

Dass sich massive Ermüdungserscheinungen bei den Sicherheits- und Streitkräften breitmachen, zu denen Finanzierungsprobleme kommen, ist längst kein Geheimnis mehr. Ein Ergebnis davon ist, dass Staatspräsident François Hollande schon vor dem Anschlag in Paris am gestrigen Nationalfeiertag angekündigt hat, nun werde eine der Militärinterventionen beendet. Im Oktober sollen die französischen Truppen nun aus Zentralafrika abgezogen werden.

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