Das „Kalifat“ schrumpft, der IS breitet sich aus


foto: reuters/pascal rossignol Eine Frau bringt Blumen an jene Stelle, wo der Attentäter begonnen hat, in die Menschenmenge zu fahren. In Europa ist Frankreich das am meisten vom IS-Terror betroffene Land.
Der „Islamische Staat“ hat seine Anhänger aufgerufen, nicht mehr nach Syrien und in den Irak zu kommen, sondern zu Hause zu „kämpfen“. Die Terrorstrategie geht auf.
 

Von Gudrun Harrer | derStandard.at

Die Grenzen des vom „Islamischen Staat“ (IS) gehaltenen Territoriums in Syrien und Irak, wo er 2014 sein „Kalifat“ proklamierte, schrumpfen: Aber als zumindest scheinbar amorphe Masse dringt die Terrororganisation dennoch weiter vor, in alle Richtungen. Jede Meldung, dass der IS entscheidend geschlagen sei – etwa wenn, wie vor ein paar Tagen geschehen, der Tod des wichtigen Militärkommandanten Abu Omar al-Shishani („Der Tschetschene“) endgültig bestätigt wird -, ist verfrüht und geradezu fahrlässig.

Wieder einmal steht man angesichts des Massenmordes von Nizza vor der Frage, ob irgendein noch so dünner organisatorischer Faden von der IS-Führung zum Täter führt oder ob dieser in die völlig unberechenbare und ergo nicht bekämpfbare Kategorie der „einsamen Wölfe“ fällt. Diesmal ist die Beziehung des Attentäters zum Jihadismus überhaupt unklar. Daesh – wie das arabische Akronym für „Der Islamische Staat im Irak und in der Levante“ lautet, das auch einen willkommenen abwertenden Ton hat – hat das Potenzial dieser „Kämpfer“-Gruppe früh erkannt, bei der oft persönliche Pathologien eine große Rolle spielen wie etwa beim Täter von Orlando im Juni.

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