Der Großmufti, die Politik und die Religion


Der ägyptische Großmufti Shawki Allam in Bonn
Shawki Ibrahim Allam, der Großmufti von Ägypten, war zu Gast an der Universität Bonn. In einer Podiumsdiskussion plädierte er für den interreligiösen Dialog. Politische Fragen fielen hingegen weitgehend unter den Tisch.

Von Kersten Knipp | Deutschlandfunk

Nein, auf den Islam können sich die Terroristen nicht berufen. Der legitimiere ihre Taten in keiner Weise. Die Terroristen pflegten eine willkürliche Deutung der Religion, die mit der etablierten Theologie nichts zu tun hat.

In glasklaren Worten grenzt der Großmufti von Ägypten, Shawki Ibrahim Allam, den Islam von seiner Vereinnahmung durch Dschihadisten und Gewalttäter ab. Am Dar-al-Ifta, dem ägyptischen Fatwa-Amt, setzten er und seine Kollegen sich mit den dschihadistischen Schriften verschiedenster Autoren auseinander. „Theologisch sind die alle unhaltbar“, erklärte er. So haben es die Wissenschaftler in mehreren Fatwas in aller Deutlichkeit erklärt. So hatte er es auch 2014 gehalten, als er zusammen mit 120 anderen islamischen Autoritäten in einem offenen Brief an den Führer der Terrororganisation „Islamischer Staat“ die in deren Namen verübten Verbrechen verurteilte.

Der Großmufti von Ägypten bekleidet eines der höchsten religiösen Ämter des Landes. Verantwortlich ist er vor allem für religöse Rechtsgutachten. Diese veröffentlicht die Institution, der er vorsteht, das „Ägyptische Fatwa-Amt“ („Dar ifta´al misriya“).

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