Nicht nur tote Tigerbabies


Bild: ariva.de
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Beim Stichwort Buddhismus denken viele Menschen an Meditation, Transzendenz, Friedfertigkeit und lächelnde glatzköpfige Mönche. Ein ganz anderes Bild des Buddhismus zeichnet sich derzeit in Thailand ab – eines, das international ausstrahlt…
 

Von Robert Spring | evangelisch.de

Der „Klub der Auslandskorrespondenten in Thailand“ (FCCT) ist bis auf den letzten Platz besetzt. Gut zweihundert Journalisten und Interessierte sind am Abend des  22. Juni zu der Podiumsdiskussion „Religion in der Politik“ gekommen. „Dieser Titel war einer der Kompromisse, die wir eingehen mussten, damit die Veranstaltung überhaupt stattfinden durfte“, erläutert FCCT-Vorsitzender Nirmal Gosh.

Das ursprüngliche Thema „Buddhismus in Thailand – gekapert von der Politik?“ hatten Polizei und Militär als „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ gewertet und drohten mit einem Verbot der Veranstaltung. Willkommen im Thailand der Militärjunta, die sich selbst euphemistisch „Nationaler Rat für Frieden und Ordnung“ (NCPO) nennt.

Der Theravada-Buddhismus ist tief in den politischen Machtkampf verwickelt

Zwei Skandale erschüttern in diesen Tagen den thailändischen Buddhismus: der Tigertempel und der massive Korruptionsvorwurf gegen den charismatischen Abt der mächtigen Dhammakaya-Sekte. Beide Skandale sind nur Symptome der Krise des Buddhismus in Thailand. Viele Äbte im feudalistisch strukturierten thailändischen Buddhismus leben ein Luxusleben, lassen sich teuer für Vorträge und Meditationskurse in den USA und Europa bezahlen, sind in Korruptions- und Sexskandale verwickelt und betreiben mit dem Verkauf von Schutzamuletten die schwunghafte Version des buddhistischen Ablasshandels.

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