Unsere genialen Vorfahren


Homo heidelbergensis aus der „Sima de los huesos“ bei Atapuerca. Bild: José-Manuel Benito Álvarez/CC-BY-SA-2.5
Die Menschen der Urzeit hatten ein größeres Gehirn als der moderne Mensch und waren womöglich auch intelligenter
 

Von Patrick Zimmerschied | TELEPOLIS

Das Bild, das gemeinhin von dem Urmenschen gezeichnet wird, ist das eines primitiven Halbaffens, dessen Intelligenzniveau nur marginal über dem eines Schimpansen liegt. Schaut man jedoch genauer hin, so ergibt sich allerdings ein differenzierteres Bild.

Bisher nahm man beispielsweise an, dass die ersten Boote vor rund 7.000 Jahren gebaut wurden. Nun hat das Team um Curtis Runnels von der Boston University und Thomas Strasser vom Providence College Hinweise entdeckt, dass Menschen bereits vor über 130.000 Jahren in See stachen.

Auf Kreta fanden die Archäologen Werkzeuge aus der frühen Steinzeit, die nahelegen, dass die Insel bereits deutlich eher bewohnt war als bisher angenommen. Kreta liegt rund 100 Kilometer vom griechischen Festland entfernt und ist seit mehr als drei Millionen Jahren von ihm getrennt. In der Vergangenheit war man davon ausgegangen, dass die erste Besiedelung um 6000 vor Christus stattfand.

Die neuen Erkenntnisse machen es jedoch wahrscheinlicher, dass die ersten Menschen Hunderttausende von Jahre früher die Küste betreten haben. Mehr als 2000 Steinwerkzeuge wurden in Plakias an der Südküste Kretas in Schichten gefunden, die ein Alter von über 130.000 Jahren aufweisen, teilweise sogar bis zu 1,5 Millionen Jahren. Vermutlich waren die ersten Seefahrer, die dort angekommen sind, von Libyen aus aufgebrochen. Das Alter der Funde lässt darauf schließen, dass diese urzeitlichen Entdecker noch vor dem Aufkommen des Homo sapiens lebten. Die Vorstellung, dass den frühen Exemplaren der Spezies Homo die Fähigkeit fehlte, komplexe intellektuelle Probleme zu lösen, hat damit einen schweren Schlag erlitten.

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