„Burkini hat mit der Burka nichts zu tun“ – Geisterstunde im Schwimmbad


burkiniMigrationsforscher Özkan Ezli kämpft dafür, dass Frauen Burkini in deutschen Bädern tragen dürfen. Die Bademode sei nicht Zeichen von Abgrenzung – sondern ermögliche Musliminnen soziale Teilhabe.

Von Philip Kuhn | DIE WELT

Kaum ist die Badesaison in vollem Gange, erlebt eine seit Jahren schwelende Diskussion einen neuen Höhepunkt: Soll man Musliminnen erlauben, statt eines Badeanzugs oder gar Bikinis einen Burkini zu tragen? Experte für dieses Thema ist der Migrationsforscher und Kulturwissenschaftler Özkan Ezli von der Universität Konstanz, der sich in einem Gutachten mit der Frage auseinandergesetzt hat. Er hatte der Verwaltung seiner Heimatstadt bereits vor zwei Jahren empfohlen, einer Frau das Baden im Burkini zu erlauben.

Die Welt: Herr Ezli, auch diesen Sommer gibt es wieder Kontroversen um die Bekleidung muslimischer Frauen in Bädern. Warum empfehlen Sie, den Burkini zu erlauben?

Özkan Ezli:

Für mich stellt der Burkini an erster Stelle kein religiöses oder integratives Problem dar, sondern ein Partizipationsproblem und eine zivilintegrative Frage. Das Schwimmbad ist ein öffentlicher Raum, und Demokratie heißt auch, mit Heterogenität umgehen und sie gestalten können.

Beim Burkini steht die Praxis des Schwimmens im Vordergrund, nicht das religiöse Bekenntnis. Mein Vorschlag an die Stadt zielte daher auch in die Richtung, das gemeinsame Baden zu ermöglichen, aber keine Extrazeiten und keine getrennten Räumlichkeiten für das Baden mit dem Burkini zu schaffen.

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3 Comments

  1. Es sollte den Muslimen generell der Aufenthalt in einem öffentlichen Schwimmbad und Hallenbad verboten sein. Der Anblick der obszön gekleideten Frauen ist für Muslime unerträglich und könnte unerwünschte Reaktionen bei ihnen auslösen.

    Das Baden in der Donau und in der Elbe sei ihnen gestattet.

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