Droht Frankreich ein Atomkraft-Blackout?


AKW Fessenheim. Bild: Florival fr/CC-BY-SA-3.0
Der Skandal um gefälschte Sicherheitszertifikate führt jetzt dazu, dass die Atomaufsicht Block 2 in Fessenheim abschalten ließ
 

Von Ralf Streck | TELEPOLIS

Dass das Atomkraftwerk in Fessenheim noch nicht definitiv abgeschaltet ist und weiter ein enormes Risiko für die Bevölkerung im Elsass, um Freiburg und in der Nordschweiz darstellt, ist schon an sich ein Skandal.

Die vielen Probleme des ältesten französischen Atomkraftwerks sind allseits bekannt. Sie reichen bis zur Tatsache, dass das Atomkraftwerk nicht einmal einen Wasserschaden verkraftet und deshalb schon einmal außer Kontrolle geriet (Fessenheim soll nach fatalen Vorgängen abgeschaltet werden). Doch nun hat die Tatsache, dass vom staatlichen Kraftwerksbauer Areva, der ohnehin pleite ist und zerschlagen wird, Sicherheitszertifikate in der Schmiede Creusot Forge gefälscht wurden, dazu geführt, dass sogar die nachsichtige Atomaufsicht die Abschaltung von Block 2 in Fessenheim angeordnet hat.

Wie die „Autorité de sûreté nucléaire“ (ASN) mitgeteilt hat, wurde wegen den Unregelmäßigkeiten das Prüfzertifikat für einen Dampfgenerator in Block 2 aufgehoben. „Wir sind derzeit nicht fähig, die Betriebsfähigkeit des installierten Dampfgenerators zu bescheinigen“, erklärte Julien Collet, stellvertretender Direktor der ASN, der Nachrichtenagentur AFP. In einer schriftlichen ASN-Mitteilung wird festgestellt, der Generator entspreche nicht den technischen Unterlagen, die der Behörde einst übermittelt wurden. Der Betreiber EDF hatte den Reaktor am 13. Juni heruntergefahren und habe der ASN zwei Tage danach die ersten Analysen zu den festgestellten Unregelmäßigkeiten übermittelt. Die Aussetzung des Prüfzertifikats habe die „Stilllegung des Dampfgenerators“ zur Folge und damit als Konsequenz auch die des Reaktors, heißt es in der ASN-Erklärung.

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