Ägyptens Großmufti: „Der Islam gibt niemandem das Recht, Homosexuelle zu verletzen“


Großmufti Schauki Allam gilt als Vertreter des „moderaten Islam“ – aber auch für ihn ist Homosexualität eine „religiöse Sünde“
Shauki Allam, Leiter des ägyptischen Fatwa-Amtes, verurteilt den Anschlag in Orlando und die Todesstrafe für gleichgeschlechtlichen Sex.

QUEER.DE

Schauki Allam, der 19. Großmufti von Ägypten und Leiter einer der anerkanntesten Institutionen des sunnitischen Islam, hat sich gegen die Todesstrafe für Schwule und Lesben ausgesprochen.

„Auch wenn wir Homosexualität als religiöse Sünde ansehen, gibt das niemandem die Freiheit, einen anderen in irgendeiner Weise zu verletzten, jede Person ist gleichermaßen unantastbar“, erklärte der Leiter des ägyptischen Fatwa-Amtes in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“. „Manche Denkschulen haben sich dahin gehend geäußert“, räumte Allam ein. „Aber wir leben in einem Rechtssystem und haben es zu respektieren.“

In Ägypten ist Homosexualität laut Strafgesetzbuch zwar nicht explizit illegal, gleichwohl werden andere allgemeinere Strafgesetze herangezogen, um homosexuelle Handlungen mit Haft zu bestrafen. Zu dieser Menschenrechtsverletzung äußerte sich der Professor für islamisches Recht nicht.

weiterlesen