Hans Joas: Mut zur öffentlich erkennbarer Religiosität


Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joas ist Soziologe und Sozialphiliosoph. Der Wissenschaftler hat zahlreiche Bücher zur Werteforschung veröffentlicht. (imago / Wolf P. Prange)
Religion ist Privatsache: Diese Haltung vertreten viele Menschen. Andererseits findet Religion aber im öffentlichen Raum statt, kann Identität stiften. Aber inwiefern prägt Religion das eigene Leben und Entscheiden? Der Sozialphilosoph Hans Joas beschreibt das für sein Leben als Wissenschaftler – bei dem sein Katholisch-Sein auch zu Vorbehalten führt. Wir stellen Tag für Tag einen Menschen vor, der etwas zum Thema zu sagen hat. Zum Auftakt der Reihe: Hans Joas.

Von Burkhard Schäfers | Deutschlandfunk

Seine erste Begegnung mit dem Fremden hatte Hans Joas, da war er 13. Protestanten sollten in seine Klasse kommen. Ins geschlossene katholische Milieu, in dem Joas aufwuchs – in den 50er- und 60er-Jahren in München.

„Innerhalb der Schule hieß es: Nächstes Jahr werdet ihr zusammengelegt, die Schulklassen. Da werden auch Protestanten dabei sein. Und es ist wirklich wahr: Ich war die Schulferien über gespannt, wie diese Protestanten sein werden. Das hört sich jetzt an, als würde man etwas über eine Jahrhunderte zurückliegende Vergangenheit erzählen. Aber so war Deutschland noch in den ersten Jahrzehnten der Nachkriegszeit.“

Heute pendelt der Sozialphilosoph wie selbstverständlich zwischen den Welten, auch den religiösen: Hans Joas lebt in Berlin, in jüngerer Vergangenheit war er in Regensburg und Erfurt tätig. Außerdem lehrt er jedes Jahr mehrere Monate an der Universität von Chicago.

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