Burka im Kopf


© dpa Besucherinnen der Ausstellung „Burquoi“ im Kunstverein Wiesbaden (Archivbild)
Ein Vollverschleierungs-Verbot mögen sich viele Deutsche wünschen. Doch sollten sich seine Unterstützer keiner Illusion hingeben.

Von Lorenz Hemicker | Frankfurter Allgemeine

Jens Spahn fehlt es nicht an Bodenhaftung. Vielleicht liegt das daran, dass er nach eigenem Bekunden auch als Bundestagsabgeordneter noch bei Ikea einkauft. Dort hat er beobachtet, dass es Menschen gibt, deren Gesichtszüge nicht zu erkennen sind, deren Kleidung ein klares „Nein“ zu jedweder Kommunikation ausstrahlt. Und andere Menschen, die den Verhüllten nachschauen – ratlos, ängstlich oder feindselig. Muss das so sein?

Die Antwort von Jens Spahn darauf ist einfach, er will ein Burka-Verbot, wie schon viele andere Unionspolitiker vor ihm. Zahlreiche Deutsche würden das unterschreiben. Es widerspricht unserer Auffassung von Menschenwürde und Gleichberechtigung, dass sich Frauen vollständig verhüllen (müssen).

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