Attentate in den Medien: Bilderverbot


© dpa Sein Porträt ging um die Welt: Mohammed Atta, der mutmaßliche Attentäter auf das World Trade Center
Einige Medien zeigen keine Bilder mehr von Attentätern, um ihnen keine Macht zu geben. Aber gerade damit verleihen sie den Fotos einen gewissen Nimbus.

Von Kolja Reichert | Frankfurter Allgemeine

Vor seiner Tat verschickte der Massenmörder von Nizza per SMS ein Foto, das er auf dem Fahrersitz des Lkw von sich geschossen hatte: Selbstbewusst blickt er an der Kamera vorbei auf das Handydisplay, den Mittelfinger Richtung Windschutzscheibe gerichtet. Will man das sehen? „Le Monde“ hat sich entschieden, Fotos von Terroristen nicht mehr abzubilden, um nicht dazu beizutragen, „dass Mörder zu Helden werden“. 143.000 Menschen haben eine Petition des Abiturienten Edwyn Letellier an den Vorsitzenden des französischen Fernseh- und Rundfunkrats unterschrieben, die fordert, Namen und Fotos von Terroristen nicht mehr zu verbreiten. Und die für Opferbetreuung zuständige französische Staatssekretärin Juliette Méadel arbeitet an einer Empfehlungsliste, die „die Berufsethik der Journalisten nach den Terroranschlägen neu definieren“ soll.

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