Er wollte noch mit seinen Mördern reden


© dpa Bleibendes Vermächtnis: Bis zum Schluss setzte sich Jacques Hamel für ein friedliches Miteinander ein.
Es herrscht Angst, Wut und Trauer in Frankreich: Der von Islamisten getötete französische Priester forderte mehr Menschlichkeit – und wurde Opfer von blindem Hass. Doch wer war Jacques Hamel?
 

Von Martin Franke | Frankfurter Allgemeine

Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte Jacques Hamel wohl nie aufgehört. Der katholische Priester aus der Normandie, weit im Norden Frankreichs, war mit 86 Jahren immer noch im Dienst. Längst hätte er den Ruhestand genießen können – doch das wollte er nicht. Stattdessen hat er Kinder getauft, Messen gelesen und sich um die Menschen in seiner Gemeinde gekümmert.

Jetzt ist er tot, umgebracht durch den blinden Hass selbsternannter IS-Kämpfer. Am Dienstagmorgen stürmten zwei mit Messern bewaffnete Teenager, beide 19 Jahre alt, die Kirche im historischen Ortskern von Saint-Étienne-du-Rouvray. Fünf Gläubige waren im Gottesdienst. Sie mussten zusehen, wie die Attentäter den Priester in die Knie zwangen und ihm die Kehle durchschnitten.

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