Wikileaks tiefer Fall: Antisemitismus, Terrorclips, Doxxing


foto: flickr.com/wikileakstruck (CC-Lizenz) Wikileaks ist überall - und da lesen die Behörden natürlich gerne mit.
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Wikileaks ist überall – und da lesen die Behörden natürlich gerne mit.
Die Plattform verliert immer weiter an Zustimmung, auch weil es zusehends um die Person Julian Assange geht
 

Von Fabian Schmid | derStandard.at

In den vergangenen zwei Wochen durfte sich die Enthüllungsplattform Wikileaks über eine starke Präsenz in den Medien freuen. Die Plattform publizierte interne E-Mails der US-Demokraten und der türkischen Regierungspartei AKP, die auf breites Echo in sozialen Medien stießen. Doch beide Enthüllungen hatten einen Haken: Die E-Mails der AKP waren inhaltlich banal, enthielten jedoch Links auf Wählerverzeichnisse mit heiklen Daten von Bürgern. Wikileaks hatte so effektiv Millionen Türken „gedoxxt“, wie der Fachausdruck für den Verrat persönlicher Informationen im Netz heißt. Das führte etwa zu einer wütenden Anklage der Forscherin und Kolumnistin Zeynep Tufekci, die Wikileaks gar vorwarf, „Türkinnen in Gefahr zu bringen„.

Auch bei der zweiten großen Publikation, dem Veröffentlichen von zigtausenden E-Mails der US-Demokraten, gab es heftige Kritik. So wird Wikileaks vorgeworfen, die E-Mails vom russischen Geheimdienst erhalten zu haben und so ein ausländisches Regime den US-Wahlkampf beeinflussen zu lassen. Tatsächlich hatte Wikileaks-Gründer Assange in Interviews angekündigt, der Kampagne von Kandidatin Hillary Clinton schaden zu wollen. Das führte sogar dazu, dass der republikanische Kandidat Donald Trump Russland aufforderte, mehr E-Mails von Clinton ins Netz zu stellen.

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