„Deutschland darf sich nicht erpressen lassen“


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Nach den türkischen Drohungen und der Einbestellung des deutschen Gesandten setzt die Bundesregierung auf Deeskalation. Deutlicher wird nur SPD-Chef Sigmar Gabriel.

Frankfurter Rundschau

An Selbstbewusstsein mangelt es Martin Schäfer nicht. Doch am Montag hatte der Sprecher des Auswärtigen Amtes offensichtlich die Direktive erhalten, das Befremden der Bundesregierung über die aktuelle Politik der türkischen Regierung allenfalls durch einen sehr trockenen ironischen Unterton zum Ausdruck zu bringen.

„Die Türkei ist seit Jahrhunderten ein guter und wichtiger Partner“, holte der Diplomat weit aus. Die Ankündigung des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu, das Flüchtlingsabkommen mit der EU aufzukündigen, falls bis zum Oktober die Visumpflicht für türkische Bürger nicht aufgehoben werde, sei „keine Drohung, sondern ein kräftiger Ausdruck der türkischen Verhandlungsposition“.

Und die Einbestellung des deutschen Gesandten ins türkische Außenministerium wegen des deutschen Verbots der Live-Zuschaltung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zur Kölner Demonstration vom Sonntag? „Es ist tagtäglich vorkommende Realität, dass der Vertreter eines Landes ins Außenministerium gebeten wird“, sagte Schäfer. Das sei übrigens „eine schöne Gelegenheit für einen Austausch“ zu den deutsch-türkische Beziehungen, setzte er mit mühsam unterdrücktem Sarkasmus hinzu.

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