Muslimische Dachverbände in Deutschland: „Meilenweit von einem aufgeklärten Islam entfernt“


Die muslimischen Dachverbände in Deutschland sind nach Einschätzung des Experten Ourghi weit von einem aufgeklärten Islam entfernt. (picture alliance/dpa – Horst Galuschka)
Wir brauchen in Deutschland einen sehr liberalen und modernen Islam, sagte der Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi im DLF. Auch stimme es nicht, dass der Islam nichts mit dem Extremismus zu tun habe. Jede Religion werde gefährlich, wenn es nationalistisch, ideologisch oder politisch werde. Kritik übte er an den deutschen Dachverbänden.

Abdel-Hakim Ourghi im Gespräch mit Christine Heuer | Deutschlandfunk

Die Haltung des Papstes zur Gewalt im Islam bezeichnete er als lobenswert. Aber, so Ourghi, der Islam befinde sich zur Zeit in einer Sinnkrise. Die Islamisten und der IS beteten in Moscheen, beriefen sich auf den Koran und den Propheten. „Sie legitimieren dadurch ihre Gewalt und betrachten sich als Muslime.“ Es sei nicht vertretbar, dass der Islam nichts mit dem Extremismus zu tun habe.

Auch in Deutschland müsse man sich fragen, welcher Islam sich hier etabliert habe. Die muslimischen Dachverbände seien meilenweit von einem aufgeklärten, humanistischen Islam entfernt. „Wir wissen, dass in den Gemeinden der Dachverbände, wie der Ditib, nämlich in Dinslaken und einigen Städten, in ihren Moscheen eine Radikalisierung stattfindet“, sagte Abdel-Hakim Ourghi im Deutschlanfunk.

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