Juden: Wir sind ganz normale Leute, aber keiner glaubt uns das


Holocaust Denkmal in Berlin © georgenell auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Für den einen gibt es zu wenig jüdische Querköpfe, für die andere sind sie überall. Maxim Biller und Mirna Funk äußern sich in einer unsinnigen Diskussion.

Von Jonathan Steinke | MiGAZIN

Wo denn die jüdischen Intellektuellen seien, erbittert sich Maxim Biller in der Jüdischen Allgemeinen, alle wollten sie nur Ärzte oder Anwälte werden und den Eltern gefallen. Hier, guck mal auf uns, ruft die Autorin Mirna Funk in einem anerkennenswerten Portrait zurück, alles Künstler, Journalisten, Schriftsteller. Dieser angestrengten Selbstvergewisserung zuzusehen, tut trotzdem weh – wie offenbar allen Beteiligten klar ist: Keinesfalls dürfen die Juden sein wie alle anderen, sie müssen irgendwie etwas Besonderes sein und bleiben. Zur Not eben, wie Mirna Funk beschreibt, indem wir das jüdisches Opfernarrativ dreimal hochleben lassen, ohne dass „Deutsche“ uns dabei in den Arm fallen.

In einem hat Funk recht: Für die meisten Menschen hierzulande sind Juden kein Ding der realen Welt. Juden, die gibt es in Geschichtsbüchern, hier und da mal in der Flüchtlingsdebatte, und natürlich in der Literatur. Vor allem aber in Geschichtsbüchern. Die meisten Deutschen würden bestätigen: Sie kennen keine Juden, haben vielleicht noch nie einen getroffen.

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