Hamed Abdel-Samad: Das Buch, das nicht erscheinen darf


Bild: Droemer&Knaur

In Deutschland war das Buch ein Bestseller, im September sollte es erstmals in einer französischen Übersetzung erscheinen: die brillante islamkritische Streitschrift „Der islamische Faschismus“ des deutsch-ägyptischen Publizisten Hamed Abdel-Samad.

Von Christian Ortner | Wiener Zeitung

. Der Pariser Verlag „Piranha“ teilte mit, das Buch nun doch nicht veröffentlichen zu wollen, die Entscheidung stehe im Zusammenhang mit der Terrorattacke von Nizza. Man wolle nicht „Wasser auf die Mühlen der extremen Rechten“ gießen. Und weiter, leicht bizarr: „Dies ist keine Form der Selbstzensur.“ Doch, genau das ist es. Nicht ohne Grund scheint der Verlag, das blutige Schicksal der „Charlie Hebdo“-Redaktion vor Augen, eine Publikation des Werkes zu riskant für Leib und Leben der Mitarbeiter zu finden, wie die Verlagsleitung dem Autor kommunizierte.

Man kann das ja grundsätzlich gut verstehen. Wir haben so freilich allen Grund, den Dschihadisten zu einem vollen Erfolg zu gratulieren. Mitten in der Europäischen Union können islamkritische Bücher de facto nicht mehr erscheinen – als lebten wir in Saudi-Arabien. Ein Stück Selbst-Schariafizierung des europäischen Geisteslebens, sozusagen. Die gegen den Autor gerichtete Todes-Fatwa entfaltet dank des islamistischen Terrors in Frankreich ihre Wirkung, als wäre es ein Urteil des obersten Gerichtshofes.

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