Islam ist ein Ergebnis der Moderne


Der französische Philosoph und Autor Ernest Renan (1823-1892) (imago/Leemage)
Ernest Renan löste 1883 die erste Islamdebatte aus, lernen wir in „Moderne Muslime“ – mit einer plumpen Attacke, auf die der muslimische Gelehrte Dschamal al-Din al-Afghani geschickt antwortete. „Streit um Jesus“ wiederum erklärt die islamischen Aussagen über Jesus.

Von Anne Françoise Weber | Deutschlandradio Kultur

Die Historikerin Birgit Schäbler analysiert und dokumentiert in ihrem Buch „Moderne Muslime“ eine folgenreiche Debatte, in der im Grunde erstmals die Begriffe Islam und Europa einander gegenüber gestellt wurden.

Die Protagonisten sind auf der einen Seite der französische Hebräisch-Professor und ehemalige Priester Ernest Renan, auf der anderen Seite zunächst Dschamal al-Din al-Afghani, ein aus dem Iran stammender muslimischer Gelehrter und Aktivist gegen die britische Kolonialherrschaft.

Ausgangspunkt der Debatte war 1883 die Veröffentlichung eines Vortrags von Renan, in dem dieser dem Islam jegliche Fähigkeit zur Wissenschaft absprach und jegliche Trennung von Religion und Politik leugnete.

Ernest Renan wider philosophiefeindliche Wahhabiten

Renan, in Deutschland vor allem für seine Definition der Nation als tägliches Plebiszit bekannt, erscheint in diesem Text und in der informativen Einordnung Birgit Schäblers in einem ganz anderen Licht. Es wird deutlich, dass er mit einem kulturalistischen Rassebegriff operiert, den er zwar auf Europa bezogen für überholt hält, der aber „die Araber“ auf Dummheit und Fanatismus festlegt.

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