Wie könnte ein moderner Humanismus aussehen?

Humanismus statt Religion: Dieses Plakat wurde bei einer Demonstration anlässlich des Papstbesuchs von Benedikt XVI. in Deutschland im September 2011 gezeigt. (imago/Steinach)
Frieder Otto Wolf, der Präsident des Humanistischen Vereins Deutschlands, umreißt im Interview den Humanismus im 21. Jahrhundert. Körper und Geist dagegen stehen im Zentrum der Ausstellung „Embodiments“ in Berlin, in der acht verschiedene Künstler gezeigt werden – zwei der Themen in der Sendung.

Moderation: Simone Rosa Miller | Deutschlandradio Kultur

Altgriechisch und Latein im Unterricht, Klavier und Geige in der Freizeit, vielleicht noch ein bisschen Pomade im Haar: So stellen wir uns den jungen Humanisten vor. Aber führen Homer und Hölderlin im Schulranzen automatisch zu mehr Menschlichkeit?

Wie kann ein praktischer Humanismus im 21. Jahrhundert aussehen?
In welchem Verhältnis steht er zu Gott und den Religionen?
Und wie geht er mit den dunklen Kapiteln seiner eigenen Tradition um?

Aus humanistischer Perspektive also führen wir unsere Reihe Gott und die Philosophie fort. Rede und Antwort steht uns dabei der Philosoph und Präsident des Humanistischen Vereins Deutschlands Frieder Otto Wolf.

Audio

Advertisements

Fünf Milliarden Euro an die Türkei – für eine diplomatische Fiktion

Foto: AFP Die Türkei entfernt sich unter Erdogan von der EU. Geld bekommt sie trotzdem noch
Mit sogenannten „Vorbeitrittshilfen“ sollte die Türkei fit gemacht werden für den EU-Beitritt. In manchen Bereichen nützt das sogar etwas. Nur in den entscheidenden nicht.

Von Andre Tauber | DIE WELT

Damals war die Beziehung zwischen Europa und der Türkei noch vergleichsweise intakt: Der türkische Landwirtschaftsminister Mehmet Mehdi Eker war voll des Lobes für die Europäische Union, als er vor vier Jahren gemeinsam mit einer großen Delegation durch ein Lebensmittellabor marschierte, in dem künftig streng europäische Reinlichkeitsvorschriften herrschen sollten.

Überall blank geputzter Stahl, Abzugshauben und Braungläser. Der Minister zeigte sich beeindruckt. „Das Labor ist das konkreteste Beispiel unserer Bemühungen, Lebensmittelsicherheit und Kontrollen mit den EU-Standards in Einklang zu bringen“, sagte er. Er hatte allen Grund zur Freude. Europa hatte 4,8 Millionen Euro für das Labor gezahlt – mehr als zwei Drittel der Gesamtkosten.

weiterlesen

Gewaltforscher: Religion kann Menschenfeindlichkeit befördern

Bielefelder Gewaltforscher Zick bei „Salzburger Hochschulwochen“: Reaktion auf Gewaltspirale durch mehr zivilgesellschaftliches Engagement möglich – Frage steht im Raum: „Wie werden wir zusammen anders“ . Bild. kathpress
Auf einen Zusammenhang von Religiosität und Menschenfeindlichkeit hat der Bielefelder Gewaltforscher Andreas Zick hingewiesen.

kathpress

Dieser Zusammenhang werde nicht nur darin sichtbar, dass bei „Pegida“-Demonstrationen stets ein Kreuz vorangetragen wird und die skandierte Verteidigung eines christlichen Abendlandes mit der Abwertung Anderer einhergehe, sondern er zeige sich auch statistisch: So habe eine Erhebung des von Zick geleiteten „Instituts für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung“ (IKG) an der Universität Bielefeld gezeigt, dass Menschenfeindlichkeit unter jenen religiösen Menschen am größten sei, die ihre eigene Religion als „die einzig wahre Religion“ verstehen. Zu dieser Gruppe zähle sich etwa ein Viertel der sich als religiös bezeichnenden Menschen in Deutschland.

weiterlesen

Am Montag ist «Erdüberlastungstag»

Erde vom Mond ausgesehen. Bild: NASA
Erde vom Mond ausgesehen. Bild: NASA
Ab diesem Montag lebt die Menschheit auf Öko-Pump. Nach den Berechnungen von Umweltorganisationen hat sie 2016 bereits mehr Ressourcen für Nahrung, Wasser oder Energie verbraucht, als die Erde im ganzen Jahr regenerieren kann.
 

Neue Zürcher Zeitung

Für den Rest des Jahres lebe die Menschheit von den Reserven des Planeten, teilte die Umweltstiftung WWF mit. Damit ist das Öko-Konto noch ein wenig früher ins Minus gerutscht als 2015, als die Ressourcen bis zum 13. August reichten. Die Folgen überfischter Ozeane, gerodeter Wälder und des hohen Kohlendioxid-Ausstosses sind laut Umweltschützern unter anderem der Rückgang der Artenvielfalt und der Klimawandel.

Die Berechnungen zum Erdüberlastungstag gehen auf das Konzept des Ökologischen Fussabdrucks zurück. Er weist aus, wie gross die Erde sein müsste, um alle momentanen Bedürfnisse der Menschheit dauerhaft zu befriedigen und daraus entstehende Abfallprodukte sowie CO2 biologisch zu verarbeiten. Nach diesen Berechnungen ist die Erde zu klein.

weiterlesen

Erdogan: Vater der Nation

erdoganSein „Macher“-Image macht Erdoğan populär – weit über die Grenzen der Türkei hinaus

Von Birgit Gärtner | TELEPOLIS

In der Woche nach der mit Spannung erwarteten Pro-Erdoğan-Großkundgebung in Köln unter dem Motto „Ja zur Demokratie – nein zum Staatsstreich“ (Köln: Erdoğan-Jubelshow ohne größere Zwischenfälle beendet) kommen immer mehr Einzelheiten an die Öffentlichkeit, u.a. das Kuriosum, dass der Anmelder SPD-Mitglied sein soll, sowie fragwürdige Parolen und rechtsextreme Gesten. Über allem steht die Frage: Was treibt Menschen, die hier ihren Lebensmittelpunkt haben, teeilweise hier geboren wurden, dazu, sich so nachdrücklich pro Erdoğan zu positionieren?

Baba Erdoğan

Im Vorfeld der Kundgebung fragte der Hessische Rundfunk türkisch-stämmige Menschen nach ihrer Meinung dazu. „Das kann man eigentlich nicht mal demonstrieren nennen, die machen dasselbe, was die gesamte türkische Gesellschaft zur Zeit in der Türkei macht: Wache schieben“, antwortete einer der Befragten.

Erdoğan hatte schon in der Putschnacht dazu aufgerufen, die Bevölkerung solle sich den Putschisten entgegenstellen. Später rief er dazu auf, Wache zu schieben, um einen eventuellen zweiten Versuch unmöglich zu machen.

weiterlesen

Muslime lassen Staatskirchenrecht alt aussehen

Eine deutsche Fahne weht neben dem Minarett einer Moschee am Rande von Schwäbisch Hall (dpa / picture alliance / Frank Rumpenhorst)
Sich zu einer multireligiösen und zunehmend areligiösen Gesellschaft zu entwickeln, hält Staatsrechtler Hans Markus Heimann für eine Herausforderung. Verfassungsrechtlich sei Deutschland ihr aber durchaus für gewachsen.

Hans Markus Heimann im Gespräch mit Sigrid Brinkmann | Deutschlandradio Kultur

Das Grundgesetz habe den deutschen Staat religionsneutral angelegt und gewähre Religionsfreiheit. Auch wenn den Angehörigen aller Religionen gleichermaßen Freiheit und Gleichheit garantiert sei, wären beschränkende Eingriffe erlaubt – wie in anderen Grundrechtsfragen auch.

Wo nämlich Grundrechte kollidierten und entsprechend ausgeglichen werden müssten, könnte die freiheitlich-demokratische Rechtsordnung Religion und Weltanschauung relativieren. So müsse die Praxis religiöser Beschneidung am Rechtsgut der körperlichen Unversehrtheit eines Kindes gemessen werden. Dagegen sehe er keines, das mit Bekleidungsvorschriften abgewogen werden sollte. Aus diesem Grund dürfte hierzulande ein „Burka-Verbot“ verfassungsrechtlich nicht bestehen.

Weltanschauung verpflichtet nicht zu Verfassungstreue

Einerseits habe der Einzelne zu akzeptieren, dass staatliches Handeln nicht den Normen einer Religion unterworfen werden könne. Andererseits sei es erlaubt, wenn auch problematisch, ein religiöses Weltbild zu haben, das den Prinzipien des Grundgesetzes widerspreche, solange dadurch nicht Straftaten gerechtfertigt würden oder der betreffende Gläubige nicht als Beamter zu umfassender Verfassungstreue verpflichtet sei.

weiterlesen

Wie die USA per Drohne töten

us_drohne
Predator-Drohne. Bild. DoD
  • Die US-Regierung hat ein bislang geheimes Handbuch veröffentlicht. Es regelt, wie die Vereinigten Staaten entscheiden, ob und welche Menschen sie in Pakistan, Somalia und anderen Ländern per Drohnenangriff töten.
  • Präsident Obama hat wie kein anderer US-Präsident vor ihm auf Drohnenangriffe gesetzt.

Süddeutsche.de

Auf Druck einer Bürgerrechtsorganisation hat die US-Regierung ihre bisher geheime Anleitung für Drohnenangriffe außerhalb der offiziellen Kriegsgebiete veröffentlicht. Das 18-seitige Handbuch der Regierung von Präsident Barack Obama wurde von der Bürgerrechtsorganisation ACLU veröffentlicht. Es enthält neue Einzelheiten zur Genehmigung der Angriffe mit unbemannten Flugzeugen in Ländern wie Pakistan, Libyen, Somalia und dem Jemen, in denen die US-Streitkräfte nicht offiziell Krieg führen.

weiterlesen

Olympia: Doping-Kontrollen verhindern? „Sagen wir 10 000 Pfund“

Wieder unter Verdacht: Kenias Leichtathleten. (Foto: AP)
Der Delegationschef der kenianischen Leichtathleten muss aus Rio abreisen. Die ARD filmte ihn mit versteckter Kamera, als er zugab, vorab über Kontrollen Bescheid zu wissen. Sein Wissen sei aber nicht billig.
 

Süddeutsche.de

Der Delegationsleiter der kenianischen Leichtathleten bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, Michael Rotich, soll laut einem ARD-Bericht gegen Geldzahlungen Sportler seines Landes über anstehende Doping-Kontrollen informiert haben. Wegen der Doping-Anschuldigungen musste er die Spiele verlassen. Dies bestätigte ein Sprecher des nationalen Verbandes Athletics Kenya (AK) der Sunday Times. „Wir haben sofort reagiert und den Teammanager zurückgezogen, so dass wir untersuchen können, welche Rolle er spielt“, sagte ein AK-Sprecher.

weiterlesen

Religiöser Kulturkampf in der Türkei

Unter Recep Tayyip Erdogan wird die Islamisierung des türkischen Alltags vorangetrieben. Im Bild die Minarette der Sami-Efendi-Moschee in Ankara. (Bild: Norman Behrendt)
Der Laizismus war in der Türkei stets ein Projekt der Eliten. Die Doktrin kam bei der Mehrheit der Menschen nicht an. Nun kehrt der Islam als politische Ideologie zurück.

Von Zafer Şenocak | Neue Zürcher Zeitung

«Allahu akbar», Gott ist gross, skandierte die Menge, die sich, von den Moscheen aus mobilisiert, auf den Strassen Ankaras und Istanbuls dem putschenden Militär entgegenstellte. Es ging ihr dabei nicht um die Verteidigung demokratischer Werte. Diese waren von der Herrschaft unter Recep Tayyip Erdoğan längst ausgehöhlt, sinnentleert. Stattdessen wurden Teile der sunnitischen Bevölkerung in einen politisierten Islam hineingezogen, der für die Menschen an den Rändern der Gesellschaft attraktiver zu sein scheint als die aufklärerischen Ideale der säkularen türkischen Republik.

Einst war die Türkei das Vorzeigeprojekt des Westens in der islamischen Welt gewesen. Staat und Religion waren getrennt. Die Bildungsinstitutionen des Landes orientierten sich an westlichen Hochschulen. Auch der wirtschaftliche Aufstieg der Türkei beruhte auf dieser Grundlage. Ein an Rohstoffen armes Land arbeitete sich durch Bildung und Forschung empor.

weiterlesen

Özdemir fordert Transparenz von Gülen-Bewegung

© Helmut Fricke Cem Özdemir
Der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, fordert die Bewegung des türkischen Predigers Gülen auf, Klarheit darüber zu schaffen, was ihre Ziele in Deutschland sind.

Frankfurter Allgemeine

Der grüne Bundesvorsitzende Cem Özdemir verlangt von der Gülen-Bewegung, über die Tätigkeit ihrer Organisationen und Vereine in Deutschland endlich Transparenz herzustellen. „Die Gülen-Bewegung muss selbst Klarheit schaffen, was sie eigentlich ist, eine islamisch-konservative Glaubensgemeinschaft, ein missionarisches Karrierenetzwerk oder eine islamistisch-politische und letztlich radikale Bewegung“, sagte Özdemir der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Eine Infiltration der deutschen Gesellschaft durch die Gülen-Bewegung, wie sie in der Türkei stattgefunden hat, befürchtet er nicht: „Entscheidend ist zunächst, dass sich die Anhänger Gülens an die deutschen Gesetze halten. Doch auch dann braucht es mehr Transparenz über die ideellen Absichten.“

weiterlesen

Wie die katholische Kirche die Abtreibungsfrage beeinflusste

foto: istockphoto / getty images Dass Abtreibungskosten nicht von der Krankenkassa übernommen werden, führt der Gynäkologe Christian Fiala auf den Einfluss der Kirche zurück.
Die Kirche zählt heute zu den zentralen Lobbygruppen gegen liberalere Abtreibungsgesetze in Österreich. Historisch betrachtet wird ihr Einfluss aber überschätzt

Von Katharina Gruber | dieStandard.at

Die Frage, ob Abtreibung erlaubt sein soll oder nicht, war in der Geschichte weniger moralisch als von politischen und ökonomischen Interessen geleitet: Bereits Plato und Aristoteles sahen den Schwangerschaftsabbruch als ein nützliches bevölkerungspolitisches Instrument, um unerwünschtes Bevölkerungswachstum zu verhindern, heißt es im von Robert Jütte herausgegebenen Standardwerk „Geschichte der Abtreibung. Von der Antike bis zur Gegenwart“ aus dem Jahr 1993.

Ab der Neuzeit hielt man es in der Abtreibungsfrage allerdings anders als die alten Griechen und wollte das Bevölkerungswachstum ankurbeln. Die Kultur- und Sozialanthropologin Aurelia Weikert erklärt: „In der Frühzeit des Kapitalismus haben europäische Staaten erstmals versucht, mit bevölkerungssteigernden Maßnahmen einzugreifen, da es ein ökonomisches Interesse an Arbeitskräften gab.“

weiterlesen

Digitaler Gotteswahn: Christen ziehen in den Krieg – mit Bibeln

Keine Engel, Drohnen sollen die Bibel bringen. Ausschnitt aus dem Titelblatt der Lutherbibel von 1534. Bild: gemeinfrei
Eine schwedische evangelikale Kirche will mit Drohnen Bibeln über irakischem IS-Gebiet abwerfen

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die schwedische evangelikale Kirche Livets Ord oder Word of Life hat sich ein Projekt ausgedacht, um Aufmerksamkeit zu finden, was auch gelungen ist. Man will mit Drohnen, die in großer Höhe fliegen, über den vom IS kontrollierten Gebieten massenweise Bibeln abwerfen.

Es sollen aber keine dicken und schweren Bibeln aus Papier sein, mit denen die schwedischen Missionare die Muslime versorgen wollen, sondern digitale Bibeln. Sie sind so klein wie eine Medikamentenschachtel und haben einen kleinen Bildschirm. Sie benötigen keinen Stromanschluss, was sicher ganz praktisch ist, sondern enthalten vermutlich Batterien, um das Wort Gottes zu verkünden. Die Kirche will für das Projekt mit einer anderen Organisation vor Ort zusammenarbeiten, die über die lokalen Bedingungen Bescheid wissen, will diese aber noch nicht nennen. 150 Kronen soll jede Bibel kosten.

In ein paar Wochen soll das Projekt starten. Einige tausend der elektronischen Bibeln sollen dann in den Gebieten, wo „die Menschenrechte nicht gelten“, den Menschen die „Liebe und Hoffnung“ des christlichen Evangeliums verkünden. Es gehe nicht um einen „Kampf gegen den IS“, wie das dargestellt worden sei, heißt es von der stark auf Mission angelegten Kirche, die auch als Sekte bezeichnet wird und der charismatischen Bewegung angehört. Man ziele vielmehr darauf, das „spirituelle Erwachen im Nahen Osten“ zu stärken. Hier würden Millionen von Menschen zum christlichen Glauben übertreten wollen, die Nachfrage nach Bibeln sei „gigantisch“.

weiterlesen

Alte Stätten bereisen – und dabei Tyrannen bejubeln

Diese antiken Stücke wurden auf dem Meeresboden gefunden.Foto: REUTERS
Alte Stätten gelten als Zeugnisse großer Zivilisiertheit. Touristen bejubeln sie – und erfüllen ihren despotischen Bauherren damit genau das, was diese am meisten ersehnten: unsterblich zu sein. Ein Essay.
 

Von Sebastian Leber | DER TAGESSPIEGEL

Zum Beispiel Caesarea, die antike Hafenstadt am Mittelmeer, deren Ruinen heute zu den touristischen Höhepunkten jeder Reise durch den Norden Israels zählen. Ab 22 vor Christus ließ Herodes, König über Judäa von Roms Gnaden, hier seine Prachtstadt bauen. Mit Amphitheater, Hippodrom, Augustus-Tempel. Weil letzterer auf einem Berg stehen sollte, sich rundum jedoch keiner befand, nicht mal eine Anhöhe, befahl Herodes eine künstliche Aufschüttung. Dort kam dann der Tempel drauf.

Heute werden täglich Reisebusladungen über das Areal geführt, 50 Kilometer nördlich von Tel Aviv. Die Besucher kommen aus den USA, Russland, den EU-Staaten, viele sprechen Deutsch. Was alle eint, ist das Staunen.
In dem kurzen Einführungsfilm, der im Kinosaal des Besucherzentrums in Dauerschleife läuft, werden Herodes’ Mut und Ambitionen gelobt, etwas derart Prunkvolles zu erschaffen. Der König, heißt es, habe als Baumaterial nur das Beste vom Besten akzeptiert. Allein der Marmor: Von drei Kontinenten ließ er ihn bringen. Beim Rundgang über das Gelände wird weitergeschwärmt. Eine deutsche Reisegruppe bleibt vor einem Steinklumpen stehen und ist verzückt angesichts der kunstvollen Verzierungen. Diese hübschen Ornamente auf den Säulenresten!

weiterlesen

Wie Bewohner in Brooklyn zeigen, dass Energie-Versorger bald überflüssig werden könnten

Sie speisen selbst produzierten Solarstrom in ein unabhängiges Stromnetz ein und sparen dadurch Kosten und Energie.

Von Anica Beuerbach | greenpeace magazine

Die Stadtteile Gowanus und Park Slope in Brooklyn, New York, gehen beim Einsatz von Erneuerbaren Energien neue Wege. Im Projekt „Brooklyn Microgrid“ versorgen sich seit April die Bewohner der President Street untereinander mit Strom aus Sonnenenergie. Auf der einen Straßenseite wird auf den Dächern mit Solarmodulen Energie erzeugt, die Nachbarn von gegenüber nutzen den Ökostrom gleich mit, ganz ohne zwischengeschalteten Stromanbieter.

Über ein sogenanntes Microgrid, ein Mini-Netz, lässt sich der vor Ort produzierte Strom direkt an die Anwohner verkaufen. Jeweils zwei Erzeuger können ein eigenes kleines Stromnetz betreiben und ihren Strom an bis zu 13 Konsumenten liefern. Das Ziel der Entwickler ist die unabhängige Produktion von Erneuerbaren Energien in den Gemeinden. Diese käme vor allem bei Stromausfällen durch extreme Wetterereignisse zu tragen. 130 Gebäude in den zwei Stadtteilen in Brooklyn haben sich bereits für die ökologische Stromgewinnung angemeldet. Der Staat New York hat daraufhin für Microgrid-Projekte einen Wettbewerb in Höhe von 40 Millionen US-Dollar ausgeschrieben.

weiterlesen

Österreich: Kurz kündigt Veto gegen neue Verhandlungskapitel mit Türkei an

foto: apa/aussenministerium/dragan tatic Sebastian Kurz, Außenminister.
Außenminister: Kanzler Kern wird bei EU-Gipfel versuchen, andere EU-Staaten von Verhandlungsstopp zu überzeugen
Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) will ein Veto gegen das Eröffnen weiterer Kapitel in den EU-Verhandlungen mit der Türkei einlegen. „Ich habe Sitz und Stimme im Außenministerrat. Dort geht es darum, ob neue Verhandlungskapitel mit der Türkei (einstimmig) eröffnet werden. Und da bin ich dagegen“, sagte er gegenüber dem „Kurier“.
Kurz erklärte auch, dass Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) sich beim EU-Gipfel am 16. September bemühen werde, „andere Staats- und Regierungschefs davon zu überzeugen, dass der Beitrittsverhandlungsstopp mit der Türkei richtig ist“.

Are the Aliens Trying to Extinguish an Entire Star?

KIC 8462852 in UV and IR, Image: NASA/Wikimedia Commons
KIC 8462852 in UV and IR, Image: NASA/Wikimedia Commons
It’s surely too early to say what their motivations might be—or what they even look like and whether they think that humans are cool or lame—but a paper posted this week to the arXiv pre-print server makes it all too clear that aliens are attempting to destroy an entire star.
 

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

While the paper conspicuously avoids speculating about whether or not the aliens are accomplishing this via a so-far unknown controlled dark matter quenching mechanism or, more realistically, just a bunch of ice hurled by the controlled detonation of one or even several frozen moons, it declares in no uncertain terms that the brightness of the F-type main sequence star KIC 8462852 decreased monotonically over a four year period of observation via NASA’s Kepler planet-stalking space telescope, for a total .9 percent decline.

„F-type main sequence star KIC 8462852“ should already ring a bell. Last fall it made headlines when astronomers determined that it’s flickering erratically. Every so often at seemingly random intervals, the star dips in brightness by about 20 percent. Conspiracy theorists immediately jumped on such far-fetched explanations as the star coexisting with a bunch of comet fragments that sometimes block it out, or that it’s the star’s own awkward shape/motion causing „gravity darkening.“

read more

Dürfen Christen Fleisch essen?

Die traditionelle Antwort lautet: Ja. Aber nun hat ein Buch eine spannende Debatte über Tierschutz in der Theologie angeregt.

Von Martin Kugler | Die Presse

Tiere seien Maschinen ohne Gefühle und Verstand, ihre Schreie nichts weiter als das Quietschen von Maschinen: Diese Ansicht eines der gescheitesten Menschen der Geschichte, René Descartes, ist für uns heute völlig inakzeptabel. Die überwiegende Mehrheit ist heutzutage überzeugt, dass Tiere empfindungsfähige Wesen sind. Das zeigt sich u. a. darin, dass immer mehr Menschen kein Fleisch essen (Vegetarier) oder überhaupt keine tierischen Produkte verwenden (Veganer).

Descartes war seinerzeit mit seiner Ansicht freilich nicht allein. Er spitzte „nur“ die Mehrheitsmeinung zu, und diese war Teil der christlich geprägten abendländischen Geistesgeschichte. Mit dem biblischen Unterwerfungsauftrag habe Gott „die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bild geschaffen hat“, heißt es etwa im Katechismus.

weiterlesen

Department of Justice Official Tells Hundred Federal Judges to Use Tor

torThe US government has a complicated relationship with Tor. While the US is the biggest funder of the non-profit that maintains the software, law enforcement bodies such as the FBI are exploiting Tor browser vulnerabilities on a huge scale to identify criminal suspects.

By Joseph Cox | MOTHERBOARD

To add to that messy, nuanced mix, one Department of Justice official recently personally recommended Tor to a room of over a hundred federal judges.

Ovie Carroll, director for the Cybercrime Lab at the Department of Justice, urged the judges to “use the TOR [sic] network to protect their personal information on their computers, like work or home computers, against data breaches, and the like,” Judge Robert J. Bryan said in July, according to a hearing transcript released on Friday.

“I was surprised to hear him urge the federal judges present,” Bryan said. Bryan was talking during a hearing on two motions to withdraw guilty pleas in the FBI’s recent mass hacking campaign. In February 2015, the FBI took over a dark web child pornography site called Playpen, and deployed malware in an attempt to identify the site’s visitors. Bryan has resided over several resulting cases from that investigation.

read more